Am 8. März habe ich zum ersten Mal zur „Women with Attitude“-Aktion aufgerufen. Anlässlich des Weltfrauentages kündigte ich an, einer Künstlerin* eine ganzheitliche PR-Betreuung für ein Projekt ihrer Wahl zu schenken. Zahlreiche Musikerinnen* sind meinem Ruf gefolgt, und ehrlich gesagt haben mich die Bewerbungen ziemlich überwältigt. Das lag zum einen an den wahnsinnig persönlich geschriebenen Bewerbungstexten, die mir nochmal vor Augen geführt haben, warum Aktionen wie diese so wichtig sind. Zum anderen – und das ist viel wichtiger – lag das an der unfassbar guten Musik, die ich durch diese Aktion kennen lernen durfte. Ich habe mir damit selbst ein riesiges Geschenk gemacht, tolle neue Künstlerinnen* kennen gelernt und so großartige Musik gehört, dass ich manches Mal nur völlig sprachlos vor meiner Anlage saß. Liebe Musikerinnen*, ich bin euch so, so, so, so dankbar! Danke, dass ihr eure Musik und eure Geschichten mit mir geteilt habt.

Eine Entscheidung zu treffen fiel mir unter diesen Umständen alles andere als leicht. Viele schlaflose Nächte grübelte ich vor mich hin, denn wie ich es auch drehte und wendete, als Einzelperson und Selbstständige mehr als ein Promo-Paket zu verschenken war einfach nicht drin, auch wenn ich mit mehreren Künstlerinnen* wirklich supergern gearbeitet hätte. Ich habe mich deshalb dazu entschieden, euch meine vier absoluten Favoritinnen in den kommenden Wochen in diesem Blog vorzustellen. Alle Teilnehmerinnen* hier zu präsentieren sprengt leider meine Kapazitäten, doch an diesen vier Frauen gibt es, in meinen Augen, absolut kein Vorbeikommen, und deshalb sollen sie hier auch ein kleines Spotlight bekommen. Dazu aber in den kommenden Wochen mehr. Denn dieser Post soll einzig und allein der Siegerin gehören.

Ms. Marple
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Im hohen Norden, in Bremen, spittet sich eine Rapperin seit vielen Jahren die Seele aus dem Leib. Rau, dreckig, und ganz sicher das Gegenteil von whack. Dass sie völlig unter dem Radar fliegt, scheint sie kaum zu jucken. Sie macht Musik aus reinem Selbstantrieb, stellt ihre Tracks unabgemischt auf Soundcloud. Ms. Marple bekommt ihren Namen von ihrem Vater, der sie mit ihrer Liebe zu Krimis aufzieht. Sie rappt zunächst auf Englisch, stellt sich dann aber der Herausforderung der deutschen Sprache. Aktuell arbeitet sie an einer EP, die in diesem Jahr erscheinen soll – und es ist mir eine riesige Ehre, sie dabei zu unterstützen.
Vor fünf Jahren, als ich Chefredakteurin von RapSpot.de war, landete ein Ms. Marple-Track auf einem unserer Sampler. Anschließend verlor ich die MC völlig aus den Augen, bis sie sich durch die Aktion wieder auf den Plan rief – und das mit einem Paukenschlag. Es gibt wenig Rap-Acts in Deutschland, die so einen Style haben. Ms. Marple flowt die Großen der Szene weg, zeigt Attitüde ohne sich mit Stereotypen rumzuschlagen und hat mir beim Hören ihrer eingesendeten Tracks den einen oder anderen Jean Grae-Moment verpasst. Heißt: Du hörst einen unfassbar guten Beat oder einen großartigen Song eines Künstlers, und plötzlich kommt diese Rapperin mit ihrem Part rein und beendet einfach alles, setzt völlig eigene Maßstäbe und pustet dich weg. Ja, so eine Künstlerin ist Ms. Marple. Und ich bin schon jetzt sehr gespannt, was ihr zu ihrer EP sagen werdet. Wer neugierig ist, kann ihr ja schon mal auf Facebook folgen: https://www.facebook.com/marphysshit

Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit ihr und möchte nochmals ein großes DANKE aussprechen. Zum einen natürlich an die wundervollen Künstlerinnen*, die bei der Aktion mitgemacht haben. Zum anderen an alle Supporter, allen voran der Redaktion von rap.de und dem wunderbaren D-Vee. Ich wünsche mir aus ganzem Herzen, dass alle Teilnehmerinnen*, aber auch darüber hinaus alle Musikerinnen* da draußen auf dem Schirm haben, dass sie nicht allein sind. Auch wenn es unglaublich viel Gegenwind gibt in einer männerdominierten Welt – geht euren Weg, haltet zusammen und bereichert die Welt mit eurer wundervollen Musik.

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