Was bedeutet es, eine Frau zu sein? Eine Frau in der Musikbranche? Eine Frau im HipHop? Ich freue mich über viele Diskurse, die aktuell stattfinden, allen voran in dem Online-Magazin Broadly.

Im vergangenen Jahr wurde ich für eine Bachelorarbeit interviewt, in der es um die Rezeption frauenfeindlicher Rap-Texte durch Frauen ging. Als ich die Arbeit zu lesen bekam, fand ich es mehr als traurig zu lesen, dass ich die einzige der drei Befragten war, die mit dem Thema Weiblichkeit etwas Positives, Starkes verbindet. Die anderen beiden Interviewten besetzten Weiblichkeit eher mit Schwäche und etwas Minderwertigem.

Mir ist klar, dass ich privilegiert bin, und großes Glück hatte und habe. Zum einen weil ich als weiße Deutsche einen ungeheuerlichen Vorteil habe gegenüber so vielen Frauen auf der ganzen Welt, deren Geschichten mir das Herz brechen. Zum anderen, weil ich ein soziales Umfeld habe und schon immer hatte – seien es Familie, Freund*innen, Ex-Partner, ehemalige und aktuelle Kolleg*innen, Vorgesetzte und Wegbegleiter*innen – die mich nicht auf meine gesellschaftlich vorgesehene Rolle als Frau beschränkten, nie an mir und meinem Tun zweifelten und mich immer supporteten. Und schließlich habe ich das große, große Glück, eine riesige Leidenschaft gefunden zu haben, und diese schon mehr als mein halbes Leben lang ungebrochen ausleben zu können: HipHop und Musik.

Seit drei Jahren bin ich nun als Promoterin und PRlerin unterwegs. In diesen drei Jahren habe ich exakt mit einer Künstlerin gearbeitet – mit der wundervollen Fiva. HipHop ist männerdominiert, daran besteht kein Zweifel, und doch begegne ich immer wieder unglaublich faszinierenden, großartigen Künstlerinnen, die mehr Aufmerksamkeit verdienen, oft aber einfach nicht über das Netzwerk verfügen, professionell zu releasen, zu viel Respekt vor der Männerdomäne HipHop haben oder zu sehr mit ihrem „eigentlichen Leben“, oder ihrem gesellschaftlich geprägten Selbstauftrag als Frau, beschäftigt sind. Und das betrifft nicht nur Rapmusik – auch in anderen Genres begegnet mir das immer wieder.

Was kann ich in meiner Situation nun tun, um Künstlerinnen* zu pushen, um dafür zu sorgen, dass die Welt die unglaublich großartigen Musikerinnen* hört? Ich habe mir eine Aktion überlegt, die ich in diesem Jahr erstmalig umsetzen möchte: Ich nenne sie (mit bestem Dank an D-Vee für die Inspiration): Women With Attitude Promotion Push.

Der Plan ist folgender: Ich möchte einer talentierten Künstlerin* (ob aus dem Genre Rap oder einem anderen Genre ist dabei ebenso völlig unerheblich wie die Frage, ob sie als biologische Frau auf die Welt gekommen ist) eine PR-Betreuung für ihr kommendes Release schenken. Das bedeutet: Wir erarbeiten gemeinsam ein PR-Konzept und ich begleite euer Release in Sachen Pressearbeit und stelle für euch die Verbindung zu passenden Musikmedien her. Ich bin für eure Fragen im Themenfeld Promotion da und pushe euer Release an wichtige Stakeholder in der Branche.

Voraussetzung ist, dass das Release nicht über ein Label erscheint und in diesem Jahr, also noch 2017, released wird.

Bewerben könnt ihr euch bis 2. April, und zwar wie folgt:
– Schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „Women with Attitude“ an presse@mona-lina.de
– Packt mir ein kleines Demopaket zusammen, am liebsten natürlich mit eurem kommenden Release, gern aber auch mit älteren Songs
– schickt mir einen 6-10-zeiligen Text über euch
– stellt mir euer Release in einigen Worten vor – ob es sich dabei um eine Single, eine EP, ein Mixtape oder ein Album handelt, ist dabei unerheblich. Bitte schreibt auch, wann ihr das Release veröffentlichen möchtet.

Die Gewinnerin wird persönlich benachrichtigt – der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

An all die großartigen Musikerinnen* da draußen: Ich freue mich auf eure Zusendungen! Happy Women’s Day!

Lina

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