The toten Crackhuren im Kofferraum veröffentlichen heute die Doppelsingle „Zurück in der Gosse / Living the dream“ mitsamt Musikvideo und geben damit einen weiteren Vorgeschmack auf ihr viertes Album „Gefühle“ (VÖ 15.10.2021). Mit der Doppelsingle erzählen The TCHIK vom kurzen Hype und der Ankunft „zurück in der Gosse“. Der große Popstar-Traum weicht den 28 Quadratmetern in Berlin Lichtenberg – und das ist das Beste, was ihnen passieren konnte, „living the dream“ eben.

„Zurück in der Gosse / Living the dream“ könnt ihr hier streamen: https://fanlink.to/thetchik

Auch ohne Rolex und dicken AMG in der Plattenbausiedlung leben The TCHIK ihren Traum in Ostberlin, ihrem Zuhause für die Ewigkeit. Doch statt Lokalpatriotismus oder sozialer Aneignung prekärer Lebensverhältnisse, liefern die vier Musikerinnen gleich zwei authentische Hymnen für ihre „Platte, dieses Ghetto, dieses scheiß Loch“ sowie dessen Bewohner*innen (natürlich “alles geile Leude”). Mit 80s Einflüssen, Power-Pop und Punk-Attitüde feiern sie ihr Viertel aus tiefstem Herzen und ziehen daraus nur eine logische Konsequenz: „Nein, ich will niemals hier weg / Und wenn du ganz genau ganz genau hinguckst / entdeckst du hier die schönsten Blumen im Dreck.“

Das Musikvideo zur Doppelsingle findet ihr hier: https://youtu.be/d18mzIJxEaw
Über The TCHIK & ihr neues Album „Gefühle“:
Gegründet 2007 in Berlin bleiben The TCHIK lange Jahre immer eher ein vielköpfiges, betont unübersichtliches Elektropop-Kollektiv denn eine geschlossene Band. Das ändert sich erst Mitte der Zehner Jahre, seitdem sind die Crackhuren Lulu, Doreen, Kristeenager, Ilay. Vorher, 2010, erscheint das Debüt-Album „Jung, talentlos & gecastet“ bei Universal, das Video zu „Ich und mein Pony“ zählt bis heute anderthalb Millionen Views. Berüchtigt ist überdies der Auftritt der Crackhuren bei Stefan Raabs „Bundesvision Songcontest“. Weitere Platten sind „Mama, ich blute“ (2013) und „Bitchlifecrisis“ (2019), letztere führt die Band dann auch erstmalig in den Top 50 der Albumcharts. 2021 wird mit „Gefühle“ das vierte Album der Band veröffentlicht.

„Gefühle“ macht das Leben im Plattenbau beautiful again, empowert das Verkacken, erzählt von Panikattacken und verweist Männer auf ihren Platz (Hobelbank). Nichts gegen Katzengold, Kaugummiautoamten-Grillz, Strass-Steine auf der Beißschiene… aber was soll darüber hinaus das Anbeten von teurem Bling-Bling in der prekären Popszene? Den Crackhuren ist das jedenfalls zu blöd. Sie werten lieber die eigene Realität auf, singen mit Lower-Class-Bewusstsein und ehrlicher Freude: „Ich bin zurück in der Gosse“. […] Bereits die erste Single „Bewerte mich“ ist ein ätzendes Mimikry aus Sätzen, die jede Frau so oder ähnlich über ihren Körper schon mal gehört haben dürfte, beiläufig, fahrlässig oder auch ganz bewusst gesagt. Aus dieser Geisterbahn so einen Hit zu zimmern, das muss man auch erstmal hinkriegen. Die Beats, als wären noch mal Marusha und die 90er, helfen auf jeden Fall. In dem Stück „Bau mir nen Schrank“ pervertieren The TCHIK dieses allgegenwärtige Bodyshaming-Ding dann so richtig: Wie würde es klingen, wenn man Männer auf Aussehen und handwerkliche Fähigkeiten reduziert? Nun, für viele erstmal ganz schön düster. So klingt Wohlfühl-Feminismus next level. Oder anders gesagt: „Ich hab gesagt, Du hältst die Fresse / wenn ich Springreiten guck‘“. Musikalisch könnte das alles nicht vielschichtiger sein, jeder Song hat seinen eigenen Sound. Und der reicht von Pop, Trap, Electro, Gitarre bis zum NDW-Schlager. Dazu kommen noch handverlesene Gäste wie Taby Pilgrim, Blond, Babsi Tollwut, Archi Alert (Terrorgruppe) und Annette Benjamin (Hans-A-Plast). Wir sehen uns „Zurück in der Gosse“ – und mit jenen Pussycat Dolls auf Tabak, Zucker und Hartz klingt das einfach nur wie eine Verheißung. (Text: Linus Volkmann)

„Gefühle“ könnt ihr hier vorbestellen: https://shop.krasserstoff.com/crackhuren

Liveshows von The toten Crackhuren im Kofferraum findet ihr hier: https://landstreicher-booking.de/artists/the-t-c-h-i-k

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