von Laura Klar

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen, es ist scheiße kalt, deswegen gibt’s für den Dezember etwas Warmes für’s Herz. „365 Female* MCs“ hat im vergangenen Jahr viel getan für die Sichtbarkeit und Teilhabe von krassen Rapperinnen* im HipHop-Kosmos. Der leidigen Leier, dass Frauen* einfach schlechter rappen würden, wurde ein liebevoller Faustschlag entgegengesetzt: statt Aussagen zu dementieren wurde mit Vielfalt gekontert. Booker*innen haben nun eine riesige Datenbank für großartige Acts, Magazine, Radios und DJs mehr Auswahl an Künstlerinnen* und wir alle mehr Input für unsere Playlists. Glücklicherweise ist dieses Projekt nicht allein – zahlreiche Aktivist*innen, Initiativen, Festivals, Medien usw. setzen sich für Empowerment und Support von Frauen* im HipHop ein. Deswegen möchte ich euch 31 davon vorstellen und das Jahr mit einer geballten Power HipHop Feminismus abschließen… bevor es dann super spannend mit den MCs weitergeht.

01 Partyreihe: Hoe_Mies von Gizem Adiyaman und Lucia Luciano

Schon seit ein paar Jahren macht das DJ-Kollektiv Hoe_Mies richtig viel Wirbel in der Partyszene Berlins. Den meisten schon bekannt und für diese Liste unabdingbar: Gizem Adiyaman und Lucia Luciano veranstalten queer-feministische HipHop Partys, ihr Konzept richtet sich gegen Heteronormativität und den Ausschluss marginalisierter Gruppen – eben das, wofür viele HipHop Partys bekannt sind: weiße cis-Männer an den Decks, frauen- und queerfeindliche Songtexte und heterosexuelle Besucher, die sich oft dadurch bestärkt fühlen und übergriffig werden. Deswegen ist dieses Partykonzept mehr als notwendig und eine reale Utopie. Vor allem POC, Frauen* und queeren Künstler*innen wollen die beiden eine Bühne bieten, deswegen legen nur DJs aus ihrer eignen Community auf – kommen darf jede*r, der*die sich an den Konsens hält. So schaffen sie einen „Safer Space“ – wie sie es selbst nennen – und damit einen Abriss mit Wohlfühlfaktor. Und das ist unfassbar wichtig beim Feiern, wie die meisten von uns wissen…
Alle Infos zu der Eventreihe findet ihr hier.

02 DJ-Mix: Who run it? Von Salwa Houmsi

Nicht nur live auf Partys schaffen Hoe_Mies einen Zugang zu feinsten Tracks, glücklicherweise stellen sie auf SoundCloud auch die Mixes ihrer DJs Online. Wie auch von der (HipHop-)Aktivistin und Journalistin Salwa Houmsi. Sie ist ohnehin bekannt für ihren Einsatz gegen Sexismus und für Sichtbarkeit von Frauen* im Rap. Deswegen gibt es von ihr auch einen großartigen All-Female*-MC-Mix, den ihr euch nicht entgehen lassen solltet! Who Run it? GIRLS!

03 Buch: God save the Queens: The Essential History of Women in Hip-Hop von Kathy Iandoli

Winter, kalt und so, perfekt, um sich auf ein bequemes Möbelstück zu setzen und dieses inspirierende Buch zu lesen. God save the Queens von Kathy Iandoli ist ein Tribut an die prägenden Frauen* des HipHops, von den Pionierinnen wie Roxanne Shanté, Queen Latifah und Missy Elliott bis zu den weiblichen Rapstars von heute. Die Autorin und Journalistin aus New York betrachtet diese Thematik und Künstlerinnen unter der Berücksichtigung von Geschlecht, Geld, Sexualität, Gewalt, Körperbildern, Abhängigkeiten und vieles mehr. HipHop und Geschlecht ist ein Gebiet, mit dem sich die Autorin bestens auskennt und dieses Wissen nun empowernd weitergibt. Das Buch erschien am 22. Oktober 2019 im Harper Collins Verlag, weitere geniale Beiträge von der Autorin findet ihr hier.

04 Initiative: 7% von Trakgirl

Wer den letzten Artikel zu den Producerinnen* brav gelesen hat, wird auch von dieser Initiative schon gehört haben. Die Producerin Trakgirl möchte mit ihrer Plattform und Serie 7% Produzentinnen* und Musikingenieurinnen* sichtbar machen, da diese mit weniger als 7% in der Musikindustrie vertreten sind. Gemeinsam mit Ashley Kershaw gründete Shakari Boles das Projekt und will damit Frauen* inspirieren, Musik zu machen und diese dabei auch unterstützen. Auch Sichtbarkeit und Vorbilder pushen liegt in ihrem Interesse, deswegen hat sie sich in der ersten Folge ihrer Serie mit der Künstlerin Syd übers Produzieren unterhalten:

Hier geht’s zur Website von 7%.

05 Festival: Rap Fatale

Mit Rap Fatale wird ein kollektiver Traum wahr – ein All Female-HipHop- und Rap-Festival! Rap Fatale findet an zwei Tagen statt und holt sich ausschließlich weibliche* HipHop-Künstlerinnen ans Mic, nach den Live-Konzerten gibt es noch eine dicke Aftershowparty mit den lokalen Künstler*innen des feministischen DJ-Kollektivs FemBPM. Das Großereignis findet am 24.und 25. April 2020 in der ArTik Freiburg statt. Es werden auch noch Helfer*innen gesucht! Checkt am besten direkt die Facebook-Seite von Rap Fatale aus!

06 Playlists auf Spotify und YouTube

Playlists auf den beliebten Streaming-Plattformen bergen so einige Schätze und kommen der Digging-Faulheit auch manchmal zu Gute. Hier bekommt ihr geballte Rap-Power von Frauen* in Dauerschleife. Mit nur einem Link können HipHop-Chauvis außerdem zum Schweigen gebracht werden, denn allein anhand der Playlisttitel wird deutlich, wie vielfältig die weibliche* HipHop Szene ist – es gibt allgemeine Female Rap-Playlists oder sortiert nach Jahren, Ländern oder anderen Spezifika. Wohl mehr als hier aufzählbar, habe ich mal ein paar herausgepickt:

Spotify:
Women of Hip-Hop
Female Rappers 2019
FEMALE RAPPERS / LGBT RAP

YouTube:
Female Rappers 2020
Old school Rap female
Chinese Female Rappers

Es steckt wirklich keine Zauberei dahinter, derartige Playlists zu finden. Schon ein paar Wörter in der Suchleiste entführen eure Ohren zu neuen Input und alten Lieblingen.

07 Blogreihe: Frauen im Deutschrap. Die Wegbereiterinnen von Anna Gaul

Immer wieder und immer öfter sprießen Artikel aus dem Boden des HipHop-Journalismus und -Feuilletons mit DEN Rapperinnen, die keiner verpasst haben sollte. Das ist wichtig und finde ich wunderbar zu beobachten. Eine Artikel-Reihe stach für mich dabei heraus – vor allem aus dem Grund, weil es eine Reihe ist und sich mit den Wegbereiterinnen der deutschen Rap-Szene beschäftigt. Anna Gaul tut genau das auf rap.de und hat bereits drei Teile veröffentlicht. Freut euch über Cora E., She-Raw, Pyranja und andere alte Häsinnen der frühen HipHop Szene in Deutschland. Eine längst fällige Geschichtsnachhilfe. Ob Tic Tac Toe nun Rap sind oder nicht kann ja anschließend noch im Debattierclub aka Kommentarfunktion ausgehandelt werden.
Teil 1
Teil 2
Teil 3

08 Buch: „Yalla, Feminismus!“ von Dr. Bitch Ray

Brandaktuell: Die neue Lektüre von Rapperin und Wissenschaftlerin Reyhan Şahin, auch bekannt als Dr. Bitch Ray. Nach „Bitchism – Emanzipation. Integration. Masturbation.“ Folgt nun ihr zweites Werk, welches sich mit Sexismus und Rassismus in HipHop, Wissenschaft und Gesellschaft auseinandersetzt. Insbesondere antimuslimischer Rassismus und islamischer Feminismus stehen im Zentrum ihrer Analysen und eigenen Erfahrungen, da diese in (weiß-) feministischen Diskursen viel zu selten sichtbar gemacht werden. Sie greift aktuelle Themen auf und unterfüttert diese wissenschaftlich wie scharfsinnig. Hier geht’s zur Leseprobe! (Şahin, Reyhan: Yalla, Feminismus!“ Stuttgart: Tropen Verlag 2019)

09 Konzertreihe und Treffen: Female Hip Hop Tresen Magdeburg

Achja, ich erinner’ mich an die HipHop-Konzerte im einzigen linken Zentrum meiner kulturell-verkümmerten Heimat-Kleinstadt bestens. Dort hatte ich immer Spaß – aber nie eine Frau* gesehen. Das ging in meinen Großstadterfahrungen eigentlich auch so weiter. Schön, dass es auch anders geht. Wie zum Beispiel bei dem Female Hip Hop Tresen in Magdeburg. Dieser unregelmäßig stattfindende Stammtisch organisiert Konzerte, Punchlinequizzes und Workshops. Vor allem bietet der Female Hip Hop Tresen eine Plattform für Frauen, Mädchen, Trans* und Tomboys – um sich auszutauschen oder zu zeigen, was sie drauf haben. Trotzdem ist jede*r willkommen, solange sich an den Common Sense gehalten wird. Der nächste Tresen steht schon:
Am 6. Dezember 2019 findet ein Nikola-Special im Thiembuktu statt. Hier gibt’s alle Infos.

10 Podcast: Women in Hip Hop von Jazzie Belle

Liebhaber*innen von Podcasts und Female-Rap finden bei Jazzie Belles Women in Hip Hop beides vereint. Die New Yorkerin bespricht mit Insiderinnen* und Künstlerinnen* wie es so ist als „Boss Queen“ in einer männerdominierten Industrie. Ob Urgestein oder Newcomerin – mit Jazzie Belle könnt ihr Gesprächen von Roxanne Shanté bis Gangsta Boo lauschen und ihre Tracks genießen.

11 Initiative: Keychange EU und Tapefabrik

Die Sache mit Keychange und der Tapefabrik darf hier natürlich auch nicht fehlen. Noch nicht davon gehört? Ok, kurze Zusammenfassung: Keychange ist eine Initiative, die Frauen* in der Musikindustrie Europas unterstützen und diesen Kosmos damit auch verändern will. Zum einen gibt es den „Open Call“ bei dem sich Künstlerinnen* bewerben können, 74 von ihnen nehmen an einer Talentförderung mit Showcases, Panels, Workshops, Kreativlaboren und Netzwerktreffen teil. Außerdem bieten sie Festivals, Orchestern, Radiosendern und anderen Musikorganisationen die Möglichkeit, an der Keychange Challenge teilzunehmen – bis 2020 eine 50/50 Gender Balance.
In Anbetracht aktueller Verhältnisse klingt das erstmal nach einer Herausforderung, allerdings gibt es bereits Female Focused Festivals, da sollte Gleichberechtigung doch eigentlich nicht so schwer sein, oder? Findet die Tapefabrik auch. Die Realness unter den deutschen HipHop-Festivals nimmt an der Keychange-Challenge teil. Am 21. März findet es im Schlachthof Wiesbaden statt, bereits bestätigt sind u.a. die wunderbare Haszcara und großartige Presslufthanna! Hier gibt’s alle Infos zu eurem Lieblingsfestival!

12 Festival: La Belle Hip Hop

In Brüssel wurde aus dem Weltfrauentag eben mal eine Weltfrauenwoche gemacht: Jedes Jahr um den 8. März findet in der belgischen Hauptstadt das Festival La Belle Hip Hop statt. Hier gibt es Platz für alle Disziplinen eurer Lieblingskultur, zudem Filmvorführungen und ganz viel Networking – alles mit rein weiblicher Besetzung. Und weil nicht jede*r zu diesem grandiosen Happening nach Brüssel kommen kann, finden inzwischen zeitgleich La Belle Hip Hop-Events auf der ganzen Welt statt – richtig, auf der ganzen Welt! So gab es in diesem Jahr unter anderem Konzerte in den USA, Deutschland, Marokko und der Türkei, bei denen Rapperinnen aus Belgien sich mit hiesigen Female MCs die Bühne teilten. Ein riesiger Künstlerinnenaustausch also! Wer mehr über La Belle Hip Hop erfahren möchte, wird auf Facebook fündig.

Podcast: Produced by a Girl

Und wieder zeigt sich: wir sind nicht allein. Wie letzten Monat hier, beschäftigt sich der Podcast Produced by a Girl in Vollzeit mit den weiblichen* Beatbastlerinnen, Songwriterinnen und Produzentinnen unserer Zeit. Hier könnt ihr der Inspirationslust freien Lauf lassen und das auch mal abseits des HipHop Genres:

Hier gibt es alle Folgen des Podcasts.

14 Festival und Blog: Queens of HipHop

Das wunderbar feministische HipHop-Kollektiv Queens of HipHop hat im Juli diesen Jahres ein wunderbar feministisches Festival in Bern veranstaltet und Rapperinnen wie Dope Saint Jude und Best-Elle auf die Bühne geholt. Am 6. und 7. Juli 2019 wurde Besucher*innen dort darüber hinaus einiges an Aktionen geboten: Konzerte, Workshops (z.B. Graffiti, DJing, Beatmaking, Tanz, Freestyling etc.), Vorträge und Happenings für kostenlosen Eintritt.
Außerdem findet ihr auf der Website auch einen tollen Blog, der sich mit Feminismus im HipHop auseinandersetzt. Die Beiträge sollen zu weiterführenden Diskussionen beitragen und setzen sich für eine solidarische und inklusive HipHop-Kultur ein. Dort ist beispielsweise ein Interview mit der Wissenschaftlerin Heidi Süß zu finden, die schon länger zum HipHop-Feminismus forscht. Hier gilt aber auch: Jede*r darf mitmachen!

15 Buch: The Women of Hip-Hop von Sheila Griffin Llanas

Und noch ein Lektüre-Impuls: The Women of Hip-Hop von Sheila Griffin Llanas erzählt nicht nur von Frauen im HipHop, sondern deren Einfluss in der Szene, als dieser es in den Mainstream schaffte und zu einer globalen Sensation heranwuchs. Hier könnt ihr das Buch als Weihnachtsgeschenk an euch selbst ordern.

16 Website: Madame Rap

Als erste französische mediale Plattform setzt sich Madame Rap für die Sichtbarkeit und den Support von Frauen und LGBT+ im HipHop ein. Durch Interviews, Artikel und eine endlos erscheinende Datenbank von Künstlerinnen* zeigt und zelebriert die Website weiblichen* und queeren Rap – hier wird wieder mal das verdammt riesige Angebot enthüllt. Die Rapperinnen* können sogar nach Ländern sortiert werden. Wer nach 365 Female* MCs noch nicht genug hat, wird hier zweifellos noch fündig!

17 Festival: Ladies of Hip Hop

Wer noch niemals in New York war, hat jetzt einen Grund mehr hinzufahren und dieser hat nichts mit Udo zu tun. Ladies of Hip Hop ist Organisation und Festival in einem und eine bedeutende Kraft für Frauen* in der HipHop-Kultur. Aus einem eintägigen HipHop-Tanzworkshop wuchs schnell ein einwöchiges internationales Festival mit Tänzerinnen, DJs, MCs, Grafitti- und bildenden Künstlerinnen* sowie Workshops und Vorträgen von Frauen* aus der ganzen Welt. In New York ist das Festival zuhause, aber auch in LA und Österreich hat es schon stattgefunden. Darüber hinaus bietet die Organisation Frauen* und Mädchen* Unterstützung in Form von Trainings und Workshops und bildet so die nächste Generation Powerfrauen des HipHops aus. Hier gibt’s alle Infos dazu.

18 Doku: My Mic Sounds Nice: The Truth About Women And Hip Hop von Ava DuVernay

Die US-amerikanische Filmregisseurin Ava DuVernay ist einigen vielleicht bekannt von der großartigen und erschütternden Netflix-Serie When They See Us. Knapp zehn Jahre früher hat sie aber schon ein anderes Meisterwerk veröffentlicht: Eine Doku über Frauen im US-amerikanischen HipHop. Sie portraitiert die Sahneschicht der Wegbereiterinnen dieser Szene von Missy Elliott und Roxanne Shanté zu Lady of Rage und MC Lyte bis Salt-N-Pepa. Sie geht dabei der Frage auf den Grund, warum es trotz dieser Koryphäen noch immer so wenige Rapperinnen gibt. Heute würde eine derartige Doku schon ganz anders aussehen. Dennoch ein sehr schöner Einblick in die Vergangenheit inklusive inspirierendem Cast.

19 Initiative/Label: Femme DMC

Ohja, hier ist der Name Programm. Das Label Femme DMC macht HipHop zu einem inklusiven und solidarischen Ort. Initiatorin Dafina Sylejmani aka Dacid Go8lin (btw. eine brillante Künstlerin!) schafft mit ihrem Team alle zwei Monate einen Raum in dem alle vier Elemente zusammenfinden: MCs, DJs, Graffiti-Künstlerinnen* und B-Girls* zeigen, was sie zu können und inspirieren und unterstützen sich gegenseitig. Femme DMC möchte „individuelle Entfaltung durch Zusammenhalt möglich machen.“ Die Plattform richtet sich dabei vor allem an migrantische Frauen, sowie Inter- und Transpersonen im HipHop. Erst kürzlich war die fantastische Alyona Alyona dort zu Gast! Hier bleibt ihr auf dem Laufenden zu Femme DMC.

20 Podcast: Poppin Off Pink

Noch ein Schmaus für die Ohren: Der Poppin Off Pink Podcast mit den Hosts Chi Chi und Kimber. Sie sind der Meinung, dass Frauen* im HipHop zwar präsent sind, aber nie wirklich Teilhabe an Diskussionen und Meinungen in dieser Szene haben. Deswegen gibt es Poppin Off Pink. Dort reden Frauen über HipHop, von schwarzen Futurismus bis Lovesongs kommen die beiden immer wieder mit kreativen Themen und viel HipHop um die Ecke. Lauscht rein:

21 Festival: Female Hip Hop Berlin

Im Yaam in Berlin fand im am 29. Juni dieses Jahres schon die zweite Ausgabe des Female HipHop Festivals statt und fuhr mit Yugen Blakrok eine Gigantin des Raps auf. Das Jahr davor erschienen Reverie, Sa-Roc und Gavlyn – was kann bei so einem krassen Line-Up für das nächste Jahr erwartet werden?

22 Artikel: Frauen im Rap: Die besten Hip-Hop-Songs von Rapperinnen

Der Musikradar wird noch ein bisschen genauer und taucht in die Welt der Female MCs auf Songebene ein. Hier könnt ihr nachlesen welche 111 Songs zu ihren Must-Heards zählen. Neben den Klassikern eine wirklich spannende Fundgrube, die ihr hier findet.

Dort habe ich u.a. dieses Wunderwerk entdeckt:

23 Podcast: Homegirls von Helen Fares und Josi Miller

Frauen, die sich über den Wahnsinn aka Deutschrap unterhalten sind leider noch zu selten (wenn auch immer präsenter!) – Josi Miller und Helen Fares machen das kompetent, klug und mit genügend Witz in ihrem Podcast Homegirls. Hier haben auch andere Kuriositäten und Albernheiten Platz. Auch wenn oft männliche Teilhaber des Genres eingeladen werden, finden sich daneben zahlreiche Deutschrapperinnen, wie kürzlich Miss Platnum oder Ebow. Hört hier rein!

24 Party: 365 Female* MCs

356 Female* MCs macht HipHop von Frauen nicht nur hörbar, sondern auch tanzbar. Schon zum zweiten Mal fand in den Räumen des Klunkerkranichs in Berlin die 365 Female* MCs Party statt – wie der Name schon anmutet, stehen hier Frauen an den Decks, die ausschließlich Tracks von Rapperinnen* spielen. Bei der letzten Ausgabe am 21.11. brachte neben Kuratorin Mona Lina auch Josi Miller und DJ Vulvanni die Meute zum Tanzen und Schwitzen. Wer nicht dabei sein konnte, muss die Hoffnung allerdings nicht aufgeben, dass es ein nächstes Mal geben wird.

25 Artikel: 15 Frauen des Deutschraps

Der Musikexpress ist zwar nicht das einzige Magazin, das sich 2019 mit den Frauen der Deutschrapszene auseinandersetzt, wohl aber eines der größten und wird deswegen hier gewürdigt. 15+7 weibliche Acts stellt Jessica Fowler in ihrem Artikel 15 Frauen, die die Deutschrap-Szene gerade ordentlich aufmischen vor, sieben weitere werden noch als Nachtisch serviert. Klar, die Auflistung ist bei weitem nicht alles, was Deutschrap von Frauen* aktuell zu bieten hat, aber für Einsteiger*innern ist das schon eine kompetente Grundlage. Allerdings auch wirklich nur für Menschen, die den Begriff „Deutschrap“ erst im Duden nachschlagen müssen. Musikexpress hat da schon recht. Von Ebow bis Leila Akinyi – diese Frauen mischen auf! Hier könnt ihr den Artikel lesen.

26 Mini Doku: Meet The Women That Are Shaping Hip-Hop In America

In einer Mini-Doku präsentiert RedBullMusic eine kleine Auswahl von Rapperinnen aus dem Süden der USA. La Chat, Gangsta Boo, bbymutha und Rico Nasty sprechen über ihre persönlichen Erfahrungen, sich als Frau in einer männerdominierten Szene durchzusetzen und sich zu repräsentieren. Was bedeutet es eine schwarze Frau in den USA oder eine Mutter zu sein? Durch ihre Musik spiegeln sie kollektive Erfahrungen vieler Frauen wider und gestalten Vorbilder für eine neue HipHop-Generation, in denen auch Frauen ein Gehör und Teilhabe verschafft wird. Definitiv gut investierte 11 Minuten und 20 Sekunden.

27 Film: Roxanne Roxanne

Was haben Eminem, Tupac, Notorious B.I.G. und sogar Bushido gemeinsam? Ihnen wurde allesamt ein Biopic gewidmet. Roxanne Shanté ließe sich seit 2017 aber mit einem fünften Finger mitzählen, denn Michael Larnell verfilmte Leben und Karriere des Rap-Superstars mit dem Titel Roxanne Roxanne. Damit ist sie der einzige weibliche HipHop-Act, über den je eine Filmbiografie gedreht wurde – zumindest ist mir keine weitere bekannt (Lasst es mich wissen, wenn ich falsch liege!). Die 1969 geborene Rapperin aus New York ist eine wahre Legende und hat den amerikanischen HipHop bis tief ins Fleisch geprägt. Gespielt wird sie von Chanté Adams. Inklusive krassem Soundtrack von RZA. Das Netflix-Abo lohnt sich an dieser Stelle mal!

28 Initiative: We Found Hip Hop

We Found Hip Hip ist eine Initiative aus Detroit, aufgebaut von den Gründerinnen Piper Carter und Nina Payne, die sich die Stärkung weiblicher Führungskräfte und Sichtbarkeit von Frauen im HipHop auf die Fahne schreibt. Sie bieten Bildungsmöglichkeiten und eine Bandbreite an medialer und öffentlicher Präsenz: Dazu zählen Mixtapes von Sängerinnen, Rapperinnnen und Producerinnen, Podcasts und Blogs sowie Konferenzen, Konzerte, Meetings und Workshops. Auf ihrer Website findet ihr darüber hinaus noch viel mehr, was sie tatkräftig auf die Beine stellen: https://wefoundhiphop.com

29 Instagram: femalerappersmusic

Zu einem erfüllenden Insta-Content gehört neben süßen Hundevideos auch Inspiration – bei femalerappersmusic findet ihr vom zweitgenannten eine gewaltige Ladung. Der Instagram-Account versorgt euch mit weiblichen* MCs, sei es Musikvideos, Neuigkeiten oder krasse Freestyles. Eine willkommene Fundgrube, die mit fast 24K Abonnenten ordentlich Reichweite für die Künstlerinnen* schafft.

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Rappers to watch in 2020: #MsBanks (I have a separate post coming about her so in order to not be repetitive, stay tuned) #Kamillion This year she has truly made a name for herself with her song Twerk 4 Me, which has unfortunately been removed from many different platforms ( due to sampling issues) but still available on Soundcloud & YouTube. Although it has been deleted numerous times on YouTube the audio version has still amassed 2.7m while the music video has 155k. She went on her first headlined tour this year as an independent artist. Also, she has gotten the attention of many known celebs including Lil Duval, he even collaborated with her on a song & brought her out to perform at the 2019 B.E.T awards. Rocky (aka #Fakebitcheshero) Her hard hitting lyrics and unique flow has turned her into a Philly star. She dropped a mixtape this year called Fakebitcheshero 2. She has gotten recognition from DMX and Philly's very own Meek Mill (she even performed at 1 of his shows). Her song Ride went viral and started a Back in the day challenge on IG. She's building a loyal fanbase all year & even sold out 900 tickets for her own headlined show. #RenniRucci She dropped her first official mixtape this year called Big Renni. Her song Fuck Em Up Sis became a huge hit for her. She also released 3 other songs from her mixtape, each music video have more than 400k views. She's been booking a lot of shows including opening up for Cardi B at her Cardi B and friends concert. #KenTheMan Her song He Be Like has taken her career to new heights. The song has become an underground hit even though there's no official music video out yet. She has been booking a lot of shows ever since the song gained popularity. She has even expressed on twitter that she was broke before this song took off.

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30 Label: Club Queen Records

Das digitale Female-Focused Musiklabel Club Queen Records von Rapperin TT The Artist bietet eine Plattform für Künstlerinnen of color in den Genres HipHop, Pop, Dance und RnB. Sie und ihr Team möchte den Künstlerinnen* die notwendigen Skills vermitteln, um sich einen Namen machen zu können. Zu den Unterstützungsmöglichkeiten zählen beispielsweise Grafikdesign, Social Media Marketing, Songwriting, Musik- und Videoproduktion oder Managing von Tourneen. Im Juli 2019 feierte das Label seinen ersten Geburtstag mit einer großen Party und vielen Konzerten weiblicher MCs. Checkt am besten direkt die Club Queen Records-Website!

31 Rapperinnen*

Den letzten Punkt möchte ich einer der größten Kräfte widmen, die Frauen* im HipHop unterstützen und bestärken: Die Rapperinnen* selbst. Fast jede von ihnen möchte Vorbild und Inspiration für andere Frauen* sein. Sie selbst bieten aufstrebenden Künstlerinnen* eine Plattform und machen HipHop wieder zu einer kleinen solidarischen Utopie. Stutenbissigkeit ist hier meist fehl am Platz. Dieses Phänomen weiblicher Solidarität fängt bei Sookee an und hört bei Lizzo lange noch nicht auf. An dieser Stelle also nochmal ein riesiges Danke an all die wunderbaren und starken Künstlerinnen*, die sich in dieser oft diskriminierenden Szene durchsetzen und den Weg für eine neue Generation weiblicher* Rapper ebnen. The Future is Female Rap.
Kein Link? Verfolgt doch einfach weiterhin 365 Female* MCs für Inspiration und gute Musik!

Der Dezember hat ganz sicher nicht genug Platz für alle Aktivist*innen und Supporter*innen von und für Frauen* im HipHop. Ich entschuldige mich jetzt schon dafür, dass bestimmt einige eurer Herzensinitiativen, -partys, -bücher, -festivals usw. fehlen – falls dem so ist: Lasst es mich gerne wissen!
Nichtsdestotrotz hoffe ich, mit diesem Beitrag gezeigt zu haben, dass das Interesse und die Kraft weiblicher* Solidarität im HipHop enorm groß ist und das Potential inne trägt, wirklich etwas an der Wahrnehmung weiblicher* MCs in der Musikindustrie zu verändern. Viele Initiativen nutzen die Kraft von HipHop – sei es Rap, Tanz, DJing, Graffiti oder andere Ausdrucksweisen – aber auch, um sich als weibliche* oder anders marginalisierte Person zu emanzipieren. Deswegen ist es wichtig, dass auch diesen Gruppen die Möglichkeiten zukommen und sie in ihrer Kunst wahrgenommen und respektiert werden. Danke also an alle Unterstützer*innen!

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