„Wenn ich gehe, bleibt das Kreuz auf 180 Grad gedreht“ – Sir Mantis auf „180 Grad“

Es ist kaum zu überhören: Sir Mantis Debütalbum „180 Grad“ entert die Rap-Szene mit voller Wucht und kommt keineswegs mit falscher Bescheidenheit – sondern mit wohlverdientem Selbstbewusstsein und entsprechenden Skills daher. Auf-die-Fresse-Rap trifft emotionale Momente, ob in Doubletime-Parts oder innovativen Vergleichen – getreten wird stets nach oben. Der Leipziger Rapper und Producer stellt sich gebührend vor und zeigt sich außerdem für einen Großteil der Beat-Produktion des Longplayers verantwortlich. Lediglich bei „Haus am See“ und „Sorry not Sorry“ war der Hannoveraner Producer Maximilian Ikarus am Werk. Damit beweist Sir Mantis sowohl sein Multitalent als auch seine Leidenschaft für brachial-experimentelle Instrumentals, die seinen Lyrics genau die richtige Atmosphäre bieten. „180 Grad“ erscheint mit Video zu „666“, physisch wie digital, über das Berliner Label Springstoff.

Hier findet ihr den Longplayer „180 Grad“ auf allen gängigen Streaming-Seitenhttps://fanlink.to/180grad

„Obwohl ich auch ein Engel war / Bis ich Maria geschwängert hab / Darauf kam Gott nicht länger klar / Er verbannte mich und so wurde ich zu diesem / Gegenläufer aus dem Fegefeuer / Der am Männertag Böller auf Bollerwägen schleudert / Und dann geh‘ ich in die Kirche im Kuhkaff / Schmier‘ ‚Lucifer‘ an das WC mit Blut aus der Mooncup“
– Sir Mantis auf „666“

Sir Mantis rastet auf „666“ ganz schön aus – und erklärt die Hölle zu einem wünschenswerten Ort, wenn man sich die Realität mal genauer anschaut. „Im Himmel würde ich vor Langeweile fast sterben„, rappt der talentierte Newcomer und teilt schonungslos Disses gegen Kirche und Staat aus. Das dazugehörige Musikvideo wurde von Arvid Wünsch produziert und zeigt den Rapper vor künstlerisch dystopischer Kulisse.

„180 Grad“ beschreibt einen Wandel auf mehreren Ebenen und setzt den längst überfälligen Startschuss für eine vielversprechende Karriere. Auf zwölf Tracks zeigt sich Sir Mantis in all seinen Facetten und präsentiert ein Album, das trotz progressiver Message und vermeintlich schweren Themen nicht an Wortwitz, satirischer Provokation und Augenzwinkern zwischen den Zeilen verliert. Der versierte MC scheut sich nicht, seine scharf geschossenen Punchlines unmissverständlich zu adressieren und positioniert sich immer wieder klar gegen Sexismus, toxische Männlichkeit und neoliberale Ideologien. Dichte Reimketten und anspruchsvolle Flow-Variationen werden mit einer Attitude performt, die vor allem eines deutlich macht: Sir Mantis hat Hunger wie noch nie und lässt sich ganz bestimmt nicht die Butter vom Brot nehmen. Viel mehr untermauert er seine Ambitionen mit einem Release, das keinen Platz für Zweifel lässt und im Deutschrap-Kosmos an den richtigen Stellen den Staub aufwirbelt. Spannende Features wie der Leipziger Untergrund-Rapper D-Vee oder die Elektropop-Musikerin Ira Atari ergänzen die Platte um eine weitere Komponente.

Tracklist:
01. Der Florist
02. Haus am See
03. Randgruppenkind
04. Roboclean
05. Kosmetikkrieg
06. ZSKG feat. D-Vee
07. 666
08. Ahnma feat. Wunstra
09. Pick Up Artist feat. DJ Riva
10. Geheimtreffen feat. Ira Atari
11. Sorry not Sorry
12. 180 Grad

 

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