Der Dortmunder Rapper Schlakks veröffentlicht heute ein Musikvideo zu seinem Track „Wir müssen drüber reden“. Der Song erschien am 29. Oktober im Zuge seines Albumreleases „Wir werden von euch erzählen“ über das Indie-Label Rummelplatzmusik. 
Wir müssen drüber reden“ ist eine einfühlsame und selbstkritische Nummer, in der Schlakks nicht nur bestehende Narrative von Männlichkeit hinterfragt, sondern vor allem auch die toxischen Auswirkungen dieser auf unter anderem zwischenmenschliche Beziehungen reflektiert: War irritiert, weil ich vage empfand/ war ich nicht hart wie ein Mann, das kam nicht gut an/ und so schwankte ich im grellen Licht des Partygesangs und wie das alles für Frauen so war, das frag‘ ich mich lang“!

Das Video unter der Regie von Arvid Wünsch zeigt den MC schwerfällig und betrübt mit einem symbolischen schwarzen Koffer bis zum Anschlag gefüllt mit toxischer Männlichkeit durch den Alltag ziehen.

 

„Ich glaub‘ so richtig hab ich’s nie gemocht/ Ich spür‘ bis heute noch diesen Druck, der bissig bis zum Kiefer kroch/ Fast noch Kind ging’s schon um irgendwas mit Mann sein/ doch die Gesamtheit der Ideen war verdammt klein/ […] Was für ein Stress aufzupassen, wie wir laufen müssen/ Kann ich meine Beine kreuzen, wenn ich auf der Couch rumsitze?“
Schlakks ist bekannt dafür, in seiner Musik tiefe Einblicke in seine persönliche Gedankenwelt zu liefern. Mit „Wir müssen drüber reden“ knüpft er genau dort an. Über den leicht sphärischen und ruhigen Beat von Razzmatazz und OPEK, inklusive eingängiger Bläsermelodie, beschäftigt sich Schlakks kritisch mit normativen Stereotypen, internalisierten Erwartungshaltungen und Komplexen, die von klein auf an männlich gelesene Personen herangetragen werden. Die grundlegende Message des Tracks: Wie soll man(n) sich in solch einem Setting aus Angst, Druck und toxischen Verhaltensmustern frei enthalten können, ein gesundes Verhältnis zum Leben, zu Emotionen oder auch der eigenen Sexualität entwickeln?
Die inhaltliche Schwere des Tracks wird gleichermaßen ergänzt wie auch aufgelockert durch die Scratches in der Hook von DJ Robert Smith, dem 2017er DMC Germany Champion.
„Ich trau mich nicht, Ich bin traurig, Ich habe Angst/ verstetigter Komplex, die Themen sind besetzt/ wie vernünftige Gespräche über Sex“
Das Video zu „Wir müssen drüber reden“ könnt ihr euch ab sofort auf YouTube ansehen:  https://www.youtube.com/watch?v=lD5lFtZC8Mc
„Wir werden von euch erzählen“, inklusive der Single „Wir müssen drüber reden“ findet ihr auf allen Streaming-Plattformen: https://bit.ly/31LrXoX

Hier könnt ihr das Album auf Vinyl und CD sowie weiteren Merch von Schlakks bestellen: https://schlakks.de/shop/

Live erleben kann man Schlakks noch in diesem Jahr zusammen mit Razzmatazz und OPEK am

  • 02.12. Hafenklang, Hamburg
  • 17.12. Bahnhof Langendreer, Bochum

Weitere Informationen zu Liveshows von Schlakks findet ihr hier: https://schlakks.de/konzerte/

Über Schlakks: 
Seit mehr als zehn Jahren in der Rap-Szene aktiv, ist Schlakks irgendwo zwischen Politrap, Poetry und Jazz mit Funk-Vibes anzusiedeln und alles andere als ein Unbekannter im Deutschrap-Underground: Vor allem fühlt er sich auf den Bühnen der Welt zu Hause. Sein letztes Album „Indirekte Beleuchtung“ erschien 2018 in Zusammenarbeit mit den ebenfalls in Dortmund lebenden Producern OPEK und Razzmatazz. 2020 folgte die EP „Marseille“, auf der Schlakks seine Zuhörer*innen zu den Beats von Razzmatazz, OPEK, Monsoon Village und Stevo159 an seinen Begegnungen und Gedanken seines Aufenthalts zu Beginn 2019 in der französischen Hafenstadt teilhaben ließ. Mit der neuen Platte „Wir müssen drüber reden“ beweist Schlakks eindringlich, dass deutschsprachiger Rap auch mit gefühlvollen Inhalten überzeugen kann. Die Platte entstand kollaborativ in enger Zusammenarbeit mit seinen Producern und Live-Begleitern Razzmatazz und OPEK. Das Ergebnis dieser Teamarbeit resultiert in einem eingängigen Oldschool-Vibe, der letztlich auf Funk und Moderne trifft und damit wie gemacht für ausgelassene Live-Momente auf und vor der Bühne ist. Schlakks‘ Musik steht für Consciousness und dieses gewisse warme Gefühl, das es nur bei knisternden Jazz-Samples und guten Lyrics gibt. Damit stellt der Dortmunder Rapper einen wichtigen Gegenentwurf zur sonst so weit verbreiteten toxischen Männlichkeit im HipHop dar.

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