Der Experimental-Rap Künstler Peat veröffentlicht eine Livesession zu seinem Track „Spiegel“, der bereits 2020 im Rahmen seines Debütalbums „Weit Weit Weg“ erschien. „Spiegel“ dient mit seiner düsteren und selbstzerstörerischen Stimmung nicht nur als repräsentatives Aushängeschild für das gesamte Album, sondern stellt auch den ältesten Song seiner Diskografie dar. Isoliert von der Dunkelheit rappt und singt Peat seine persönliche Auseinandersetzung mit Depressionen und dem „Spiegel“, den diese Krankheit einem immer wieder vorhält.

„Du denkst dir, du kommst voran / doch machst ständig das Gleiche, häng‘ dich mal rein / Wenn du raus gehst dann lass‘ ich es regnen / Deine Freunde woll’n mit dir g’rade nicht reden / Die hassen dich eh, das ist alles nur so weil du bist, wie du bist, ja da kannst du mal sehen“

Auf einem für Peats Verhältnisse reduzierten Instrumental bildet „Spiegel“ eine intime Konfrontation mit der eigenen Psyche ab. Aus der Perspektive seiner Depression spricht Peat zu sich selbst und hält sich einen „Spiegel“ vor, der ihm sagt: Du bist Schuld an allem und schlecht in dem, was du tust. Die einzige Angst, die die Depression ihm nehmen kann, ist die Angst vor dem Allein sein: „Dachtest du, du bist allein? Du weißt doch, ich bin niemals wirklich fort.“ Diese selbstzerstörerischen Gedanken verpackt Peat sowohl in aggressiven Rap-Parts als auch in zerbrechlich gesungenen Passagen und verdeutlicht damit die Kontraste, die auch eine depressive Gedankenwelt mit sich bringt. Die Livesession zu „Spiegel“ unterstützt die gedrückte Stimmung durch eine dunkle Ästhetik und Scheibenspiegelungen, die Peat genauso schnell aus der Dunkelheit hervortreten lassen wie er auch wieder in ihr verschwindet.

Hier geht es zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=UzAEAPOjlz8

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