Heute veröffentlicht der Duisburger (Battle-)Rapper FALK die Single „Bitter“ mitsamt Musikvideo. Der Song ist der Titeltrack des gleichnamigen Albums, das nächste Woche Freitag, am 6. November, erscheint.

Mit dem Song arbeitet FALK seine Vergangenheit auf, indem er besonders schmerzliche Augenblicke und Erinnerungen seiner Kindheit und Jugend skizziert: wiederholte Umzüge, Ausgrenzung und Gewalt resultierten für den jungen FALK in unaufhaltsame Wut, Frust und Orientierungslosigkeit. Wie ein vertontes Tagebuch scheint die Musik dabei als Selbstheilungsprozess zu wirken, und nimmt die Last zumindest für die Länge des Tracks von seinen Schultern. Auch wenn, wie der Titel andeutet, ein bitterer Nachgeschmack bleibt – es braucht genau diesen ehrlichen Blick auf eine Geschichte, die noch immer für viele junge Menschen Realität ist.

„Mal wieder weggezogen, keiner mag den Jungen aus der Stadt./ Sie halten uns für dummes, asoziales, faules Pack./ Und sie soll’n Recht behalten, ich versuche aufzufallen, fuck! / Laufe durch die Straße immer mit geballter Faust in meiner Tasche.“

In dem Musikvideo fängt FALK das trostlose Stimmungsbild seiner persönlichen Geschichte mit schwarz-weiß Momentaufnahmen und ausgewählten Farbnunancen ein. So wirkt es vielmehr wie ein Kurzfilm einer ganzen Generation als ein HipHop-Musikvideo.

Ihr könnt „Bitter“ ab heute streamen:
Spotify: https://spoti.fi/31V3Px7
Apple Music: https://apple.co/3mBuhnq
Deezer: https://bit.ly/2HEz9tr
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Eigentlich ist FALK bekannt aus Battle-Rap-Formaten wie DLTLLY oder dem VBT, wo er seine Skills im Kampfsport des Raps verfeinerte. Er ist der Beweis dafür, dass Battlerap keinem Stereotyp entsprechen – und schon gar nicht erzwungen grenzüberschreitend, hart oder aggressiv sein muss. So spielt der Duisburger häufig mit Rollenbildern und verkrusteten Denkmustern, denen er offensichtlich nicht selbst entspricht. Auf der Single „Bitter“ bringt er diese Vielschichtigkeit auf ein neues Level und zeigt sich von seiner persönlichen und nahbaren Seite. Seine Musik ist persönlich und fragil, zeigt Ängste, Schwächen und gewährt Einblick in die Gefühlswelt eines Ruhelosen. Die Widersprüche, die sich daraus ergeben, lassen jeden Song und jede Zeile wie ein Battle gegen sich selbst, die Vergangenheit, Gegenwart und die Zukunft wirken. Seit 2018 veröffentlichte FALK zwei EPs, ein Album und 14 Singles, tauchte als Gast auf mehreren (Producer-)Tapes auf und vereinte mit dem von ihm ins Leben gerufenen Künstlerkollektiv „Team Reiben“ eine Vielzahl talentierter Künstler*innen verschiedener Genres und Bereiche aus ganz Deutschland miteinander.

Sein neues Album „Bitter“ erscheint am 6. November. Auf dem Longplayer tritt er von seinem Battle-Ego zurück und gewährt mit Storytelling und Momentaufnahmen besonders persönliche Einblicke in sein Leben. In zehn technisch wie lyrisch versierten Songs packt er die Struggles seiner eigenen Kindheit und Jugend aus, erzählt von dem Kampf, sich als Musiker eine Konstante aufzubauen und dem Druck, der sich aus diesem Karriereweg ergibt. FALK redet Klartext. Neben intimen Augenblicken seiner Vergangenheit, betrifft das auch eine Kritik an Szene und Gesellschaft: „Bitter“ dekonstruiert toxisch-männliche Stereotype und greift die sexistischen Tendenzen in seinem (Rap-) Umfeld an. Dabei sticht sein Battle-Genie mittreffenden Punchlines und lyrischer Wortgewalt immer wieder hervor, ohne je die Überhand zu gewinnen. Inhaltlich bleibt FALK reflektiert und kritisch – auch gegenüber sich selbst. Mit Odd John, Khacoby, Masu und Malik holte er sich erlesene Featuregäste ins Studio, die das Album um textliche wie soundtechnische Vielfalt bereichern. Für sich selbst reflektiert FALK die Produktion von „Bitter“ wie folgt:

„Ich wollte Songs angehen, wie ich auch ein Battle angehe – kritisch, reflektiert, mit Haltung und einer Meinung. Ich habe das letzte Jahr Songs mit dem Anspruch geschrieben, zu weinen, wenn ich sie schreibe. Alles so sagen, wie es gemeint ist. Ehrlich, verletzlich und stolz.“

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