Heute veröffentlichen Neonschwarz ihre letzte Single „Features“ mit Musikvideo, bevor am 25. Februar 2022 das neue Album „Morgengrauen“ bei Audiolith erscheint. Und was darf bei einer HipHop-Platte nicht fehlen? Erlesene „Features“. Diese hat die Crew aus Hamburg ganz pragmatisch und bewusst gewählt beziehungsweise nicht gewählt, denn Neonschwarz „featuren sich selbst“. Bei drei dopen MCs bleibt einfach kein Platz mehr für weitere Zeilen. Wie es trotzdem ein paar Gäste auf den Song geschafft haben, zeigt Johnny Mauser mit mimetischen Flow-Styles.

Hier findet ihr das Musikvideo von „Features“:
https://www.youtube.com/watch?v=UAQwm2zbOiA

Hier könnt ihr „Features“ streamen: https://shrt.audiolith.net/al352d

Features sind das Ding im Hip-Hop. Logisch. Kombinierte Skills, aufgepumpte Reichweite. Die politisch korrekte Band bucht einen Gangsta-Rapper dazu. Und der Algorithmus rotiert schneller als jeder Reim rollen kann. Die erfolgreiche Rapperin lädt ihren Kollegen nach einem schwer gehyptem Beef zum gemeinsamen Track. Und von Fanbase bis Fachpresse dreht das Internet durch. Ein Hip-Hop-Album ohne fremde Federn und Follower ist – na was? Vermessen? Revolutionär? „Das ist Neon fucking Schwizzy / wir featuren uns selbst‟, erklärt die Hamburger Crew Neonschwarz in ihrer Single „Features‟ selbstbewusst. Wozu auch nach anderen Stimmen suchen, wenn da vier starke Persönlichkeiten mehr als genug zu sagen haben? – Und das politisch, pointiert und supernice, wie Marie Curry, Johnny Mauser, Captain Gips und DJ Spion Y auf ihrem vierten Album „Morgengrauen‟, das am 25. Februar 2022 erscheint, eindrücklich zeigen. Ein paar Zeilen im Stil anderer MCs schicken die Neonschwizzys am Ende des Songs „Features“ einfach locker und dreist grinsend selbst durch die Mikros. Fake it, till you make it. Das heißt in dem Fall: „bis Beyoncé endlich ja sagt‟
Text: Birgit Reuther alias Biggy Pop

Über Neonschwarz und „Morgengrauen“ 
An welchen Stellen kippt unsere Gesellschaft? An welchen Grenzlinien driftet und shiftet unser Leben? Wo verlaufen die Übergänge zwischen Schwarz und Weiß, Fun und Desaster, Hängematte und „Hoch die Faust‟? Die Hamburger Hip-Hop-Crew Neonschwarz schaut auf ihrem vierten Album „Morgengrauen‟ genau auf jene Punkte und Phasen, die unsere Zukunft definieren. Die entscheiden, ob Hoffnungsschimmer oder dunkle Ahnung überwiegen. Komplexität ist Quing. Allerdings im Schwizzy-Style. Statt die Moralkeule zu schwingen, wird lässig Punch um Punch platziert. Pointierte Zeilen zu entspanntem Flow. Ob Klimawandel, Kapitalismuskritik oder Corona-Krise, ob Sexismus, Rechtsruck oder Rap-Game: Zum zehnten Bandjubiläum ist die Themenpalette breiter und der Blick schärfer. Doch neben Tiefgang und Haltung sind Humor und Leichtigkeit immer mit am Start. Befeuert von ausgetüftelten Beats und ultra-geschmeidigen Melodien. Ein kollektiver Spirit, der außergewöhnlich ist im deutschsprachigen Hip-Hop. Und den Marie Curry, Johnny Mauser und Captain Gips an den Mikrofonen sowie DJ Spion Y auf „Morgengrauen‟ cool und kopfnickend behaupten: „Wir sind Euch zu politisch, zu authentisch und zu weich / und außerdem viel zu real, viel zu fresh und supernice.‟ Text: Birgit Reuther alias Biggy Pop

 

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