Heute ist Freitag. Für die Musikbranche eigentlich ein aufregender Tag: Neue Singles, Alben und Videos, ja vielleicht releast genau heute der:die nächste große Newcomer:in, und das dürfen wir natürlich nicht verpassen. Denn Freitag, das ist der entscheidende Konsumtag in unserer geliebten Musikbranche, jede einzelne Woche. Aber nicht heute.

Heute vor einem Jahr, am 19. Februar 2020, verloren in Hanau-Kesselstadt im Zuge eines rechtsextremen Terroranschlags neun wunderbare Menschen ihre Leben. Es ist nicht der erste rechtsradikale Terrorakt in Deutschland. Man würde meinen, ein Anschlag dieses Ausmaßes würde zu Veränderungen führen. Doch Angehörige der Opfer, Überlebende und BIPoC, die täglich mit Rassismus konfrontiert sind, werden weiterhin im Stich gelassen. So viel offene Fragen, keine Antworten, keine Hilfe,

Genau deshalb ist es heute nicht an der Zeit, neue Musik zu feiern und zu promoten. Bei Mona Lina haben wir uns heute gegen den #NewMusicFriday und stattdessen für den #NoMusicFriday entschieden. Keine Releases, kein Feiern. Unsere volle Aufmerksamkeit gebührt heute den Opfern rassistischer Diskriminierung und Gewalt, weshalb wir heute nicht zum Konsum von Musik, sondern von antirassistischer Bildungsarbeit aufrufen möchten.

Insbesondere, wenn ihr nicht selbst von Rassismus betroffen seid, möchten wir euch dazu auffordern, euch mit den Geschehnissen in Hanau zu befassen sowie Geld und Unterstützung an Menschen und Organisationen zu spenden, die diese aktuell benötigen. Im Folgenden möchten wir euch als Alternative zur #NewMusicFriday–Playlist Anlaufstellen präsentieren, an denen ihr euch nicht nur heute weiterbilden könnt. Wenn ihr heute erst einmal damit begonnen habt, macht morgen direkt weiter. Lest, hört, schreibt und sprecht über Rassismus. So viel und so tiefgründig ihr könnt. Hört Betroffenen zu, nehmt ihre Sorgen und Ängste ernst, denn das ist das Mindeste, was wir aus Respekt gegenüber den Opfern tun können. Und apropos Respekt: Auf Instagram bei @melinaboracak findet ihr ein Video, in dem ihr lernt, die Namen der Opfer korrekt auszusprechen. Say their names – and say them correctly.

In Gedenken an Ferhat Unvar, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Kaloyan Velkov, Vili Viorel Păun, Said Nesar Hashemi und Fatih Saraçoğlu.

Heute, morgen und für immer.

 

Dies ist nur eine kleine Auswahl an Personen, die auf ihren Instagram-Profilen wertvolle Aufklärungsarbeit anbieten:

  • Tupoka Ogette (@tupoka.o)
  • Alice Hasters (@alice_haruko )
  • Emilene Wopana Mudimu (@black_is_excellence)
  • Aminata Touré (@aminajmina )
  • Aminata Belli (@aminatabelli )
  • Zuher Jazmati (@xanax_attax)
  • Teresia Harris (@teresiajharris)
  • Malcolm Ụzọma Ohanwe (@malcolmohanwe)
  • Gianni Jovanovic (@giannijovanovic78)
  • Helen Fares (@helenfares)
  • Emilia Zenzile (@emiliazenzile)
  • Hengameh Yaghoobifarah (@habibitus)
  • Nadia Shehadeh (@shehadistan)

Hier findet ihr Initiativen und Netzwerke, die sich entschlossen gegen Diskriminierung und Rassismus einsetzen, Wissen vermitteln und Bildungsarbeit leisten, an der ihr lernen oder euch selbst beteiligen könnt:

Initiative 19. Februar Hanau
Gegen das Vergessen, gegen das Verschweigen, gegen die Angst.
19feb-hanau.org
https://www.instagram.com/19februarhanau

Bildungsinitiative Ferhat Unvar
Bildungsinitiative-ferhatunvar.de
https://www.instagram.com/bi_ferhatunvar

Each One Teach One
Communitybasiertes Bildungs- und Empowermentprojekt aus Berlin
https://www.instagram.com/eachoneteachone_official

Streikbündnis Achter Mai
Bündnis aus Opfer-, Geflüchteten- und Migrantischen Initiativen.
Aktionstag und Streik gegen Rassismus und Antisemitismus.
https://www.instagram.com/generalstreik

 Re-Define Racism
Intersektionelle Aufklärung über Rassismus
https://www.instagram.com/redefineracism

Was ihr nicht seht
Alltagsrassismus in Deutschland
https://www.instagram.com/wasihrnichtseht

 Enoughisenough.de
Bildungsarbeit gegen Rassismus
https://www.instagram.com/enoughisenough.de

 Hoe_mies
https://www.instagram.com/hoe__mies

 Amadeu Antonio Stiftung
Ermutigt, berät und fördert Projekte gegen Rechtsextremismus, Rassismus & Antisemitismus
https://www.instagram.com/amadeuantoniofoundation 

Migrationsrat Berlin
Dachverband migrantisch-diasporischer Selbstorganisationen
https://www.instagram.com/migrationsrat.berlin 

Migrantifa Berlin
Von Migrant:innen für Migrant:innen
https://www.instagram.com/migrantifa_berlin

 Say My Name
Angebot der Bundeszentrale für Politische Bildung
https://www.instagram.com/saymyname_bpb

 No White Saviors
https://www.instagram.com/nowhitesaviors

 Black Lives Matter
Offizieller Account der Bewegung
https://www.instagram.com/blklivesmatter

 AfroPolitan Berlin
Empowerment, Culture, Politics, Methods, for the Black & Afro-Diasporic Community
https://www.instagram.com/afropolitan.berlin

 Linke PoC — Migrantifa
Selbstorganisierter Antirassismus aus der Schweiz
https://www.instagram.com/linkepoc

Wirmüsstenmalreden
Kollektiv aus Indigenen_Women of Color
https://www.instagram.com/wirmuesstenmalreden

Erklär mir mal…
Bildungsarbeit aus (post-)migrantischer und queerer Perspektive
https://www.instagram.com/erklaermirmal

 Afro Diaspora 2.0
Münchener Kollektiv Schwarzer Frauen // connect & heal
https://www.instgram.com/afrodiaspora2.0

 RISE AND REVOLT
Gesellschaftswissenschaftlicher Account aus feministischer Perspektiv
https://www.instagram.com/rise.and.revolt

 Jüdisch & Intersektional
Initiative für kritische Bildungsarbeit – Workshops, Vorträge, Beratung
https://www.instagram.com/jewishintersectional

 Argumente – Netzwerk antirassistischer Bildung e.V.
http://www.argumente-netzwerk.de/ (nicht auf Insta)

Für tiefere Einblicke in die Geschehnisse rund um den rechtsextremen Terroranschlag in Hanau empfehlen wir euch die Dokumentation „Hanau – eine Nacht und ihre Folgen“ in der Mediathek der ARD, abrufbar bis Februar 2022 unter folgendem Link: https://www.ardmediathek.de/ard/video/doku-und-reportage/hanau-eine-nacht-und-ihre-folgen/hr-fernsehen/Y3JpZDovL2hyLW9ubGluZS8xMjY5MzE/

Außerdem sind Salwa Houmsi und Jan Kawelke vom Machiavelli Podcast nach Hanau gereist, um sich mit den Hinterbliebenen zu unterhalten: https://open.spotify.com/episode/0K34rhV92PP4RFy1S9Q7G5?si=-g0FiouQS1y8YK-VaPetmA 

Wenn es eure gesundheitliche Lage zulässt und ihr euch wohl und sicher damit fühlt, könnt ihr auch an einer der Kundgebungen, Demos oder Gedenkveranstaltungen teilnehmen, welche die Initiative 19. Februar Hanau zusammengetragen hat. Die Veranstaltungen, findet ihr zusammengetragen im Link. 

#hanauistüberall

https://19feb-hanau.org/2021/02/13/19-02-2021-hanau-ist-ueberall/ 

Darüber hinaus könnt ihr diese Petition unterschreiben, die einen Opferfonds für die Hinterbliebenen fordert: https://weact.campact.de/petitions/hessen-braucht-jetzt-einen-rechtsterrorismus-opferfonds-ein-jahr-nach-dem-anschlag-in-hanau?source=homepage&utm_medium=promotion&utm_source=homepage 

Selbstverständlich möchten wir keine Künstler:innen, Agenturen, Labels oder andere Personen anprangern, die sich – auch in Betracht der aktuellen wirtschaftlichen Misslage – entschieden haben, heute Musik zu veröffentlichen oder zu bewerben. Mit unserem Beitrag zum 19. Februar möchten wir unsere eigene Reichweite nutzen, um den Opfern des rassistischen Terroranschlags einerseits in Stille zu gedenken, andererseits aber auch Anlaufstellen zu bieten, an denen ihr euch (überwiegend kostenlos) antirassistisch fortbilden und neues Wissen lernen könnt.  

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