Bei all dem Fokus auf Female Rap auf diesem Blog ist die Kategorie „Fundgrube“ in den letzten Wochen ein wenig zu kurz gekommen. Zeit, das zu ändern: Ich habe vier Artists rausgesucht, die – zum Teil frisch entdeckt, zum Teil schon länger bei mir laufend – dringend eure Aufmerksamkeit verdienen.

RIMON

Wer in dieser Woche das wundervollste Format COLORS auf YouTube verfolgt hat, dürfte bereits schwerstens in diese junge Frau verliebt sein: RIMON aus Amsterdam wird gern in eine Schublade mit Jorja Smith gepackt – ein Label, was beiden Künstlerinnen kaum gerecht wird. Mit ihrer Debütsingle „Grace“ erschuf sich die aus Äthiopien stammende Künstlerin mit der charakteristischen Stimme einen eigenen Sound, den sie seither fortan bricht und dabei dennoch konsequent weiterentwickelt. Hierbei arbeitet sie mit Samuel Kareem zusammen. Nicht nur in den Niederlanden wird die Sängerin bereits als Kandidatin für das nächste große Ding gesehen.

God Colony

Das Produzentenduo God Colony machte seine ersten Moves als Teenager im Nordwesten Englands. Seit drei Jahren arbeiten die beiden Artists am Soundcloud-Takeover, angetrieben von regelmäßigen Collabos mit Artists wie Flohio, BBYMUTHA und Stash Marina. Inzwischen lebt das Künstlerkollektiv in London, den eigenen Stil bezeichnet man als Industrial HipHop. Und mit der großartigen Flohio zusammen klingt das dann zum Beispiel so:

Nosen

Inzwischen muss deutscher Boombap ehrlich gesagt ein bisschen was mitbringen, um mich noch vom Hocker zu reißen. Nicht, weil ich die Liebe für 90 BPM-Beats und semimelancholische Representer-Geschichten verloren hätte – aber es gibt einfach schon so vielen geilen Kram von den Funkverteidigern, Daily Concepts und Sichtexoten dieser Welt. Nosen, eine Hälfte und Mastermind der RABAUKS, aber holt mich ab. Denn wenn jemand nicht nur smoothe, samplelastige Beats baut und darauf cuttet, sondern dazu noch ein paar echt nice Bars draufpackt und die Videos für sich und seine Crew selbst dreht – dann hat das einfach mal Respekt verdient. Hoffen wir, dass der Zeitgeist den guten Nosen auch weiterhin zuverlässig ans Mic treibt.

Lausse the Cat

Halb Katze, halb Mann, ganz dope: Das ist Lausse the Cat. So ziemlich nichts findet man über den Londoner Artist in diesem Internet. Nichts, außer dieses Zitat: “I am lausse the cat, prince of cats and lord of the bins of motor city. I work with wizards, mice, moons and trees and other folk from round here, in accordance to the seasons.” Offenbar sind Katzen also auch ein bisschen Rudeltiere. Ihr seid informiert. Was man sonst in diesem Internet findet, ist unfassbar verworrene, aber dafür ziemlich geile Musik, eine EP namens „The Girl, the Cat and the Tree“ und diverse verrückte YouTube-Stückchen auf verschiedensten Kanälen, dazu die ein oder andere Liebeserklärung eines Fans. Euch sei hiermit in besonderem Maße der Track „Belle Bouteille“ ans Herz gelegt, auf dem die Katze mal eben unauffällig vom Englischen ins Französische switcht, wie es eben nur ein echt royales Tatzentier vermag.

Übrigens: Allen undergroundigen Nerd-Kram aus meiner Fundgruben-Kategorie gibt es auch auf Spotify:

Comments


Add Comment

Ich akzeptiere