Der heutige Blick in meine Fundgrube wird ein kleines, so nicht geplantes UK-Special. Dass ich spätestens seit The Mouse Outfit und Jorja Smith der Musikszene des Vereinigten Königreichs zu weiten Teilen verfallen bin, sollte inzwischen hinlänglich bekannt sein. Zwei ganz besondere, mir bis dato unbekannte Acts sind mir in den vergangenen Wochen über den Weg gelaufen. Musik entdeckt mensch ja auf die verrücktesten Arten und Weisen…

Otis Mensah

…so zum Beispiel, und das ist wenig überraschend, auf Festivals. Eines meiner persönlichen Lieblingsfestivals ist das tschechische Hip Hop Kemp, und das nicht nur weil sich das Line Up in der Regel liest als hätte jemand meine Plattensammlung als Vorlage genutzt. Tatsächlich sind die kleineren Bühnen in den Hangars des Festivalparks die konzertgewordene Realität meines Fundgruben-Formats: Es gibt unfassbar viele unter dem Radar schwimmende Acts aus der ganzen Welt, die dort performen. Einer von ihnen war in diesem Jahr Otis Mensah aus Sheffield. Seine Spezialität: Storytelling auf fantastische Beats, wobei er das im HipHop nach wie vor überpräsente Mackertum stilvoll kontert – und, kurz gesagt, einfach großartige Musik macht. Ich bin Fan! Und da er auch noch eine neue Single mit isaacxhopes am Start hat, solltet ihr ihn dringend kennen lernen.

The Honey Farm

Etwa 250 Meilen nördlich, im schottischen Glasgow hat sich mit The Honey Farm „potentially the first and only and by default greatest Scottish female rap group of all time“ gegründet. Die sind mir übrigens in Form einer Empfehlung im Rahmen eines Meditationstreffens (keine Pointe) über den Weg gelaufen. Richtig heftig angetan hat es mir diese Live-Session mit Yoko Pwno (die auch einfach maximal cool sind!): Die Violinen sorgen für einen total irren Folklore-Einschlag und generell passiert in diesem Song so unfassbar viel großartiger Kram, dass ich gar nicht genug davon bekomme. Doch auch im Alleingang sprengt das Trio von der Honigfarm alles: Im Video zu „Pussy all day“ kombinieren sie eine Pro-Homo-Hymne mit Eis-Phantasien, „L.A.D.S.“ thematisiert Catcalling und sexuelle Belästigung und macht zur Abwechslung mal Männer zu Objekten. Wie die drei MCs ihre Menge an Zündstoff auf Albumlänge verarbeiten, werden sie angeblich bald beweisen. Ich bin sehr gespannt.

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