Hoch die Hände – Wochenende! Wenn ihr euch vor der anhaltenden Hitzewelle im Kühlschrank versteckt halten solltet und dabei Lust auf gute, unentdeckte Musik verspüren solltet, seid ihr hier richtig: Ich habe meine Greifarme mal wieder in meine Fundgrube voller musikalischer Schätze aus dem Untergrund der urbanen Musikwelt gesteckt, und möchte euch drei unfassbar spannende Acts vorstellen, die es vor der eigenen Haustür, im wilden Westen Europas sowie im weltmusikalischen Vibe der ganzen Welt zu finden gibt.

Sudan Archives

Vielleicht kein absoluter Geheimtipp mehr, aber ziemlich flashig: Sudan Archives ist eine Künstlerin aus Cincinnatti, die als Grundschülerin die Geige für sich entdeckte. Was erstmal Erinnerungen an Miri Ben-Ari und – Gott bewahre – David Garett weckt, ist unglaublich detailverliebt produzierte Musik mit Anleihen aus der ganzen Welt. Westafrikanische Folklore meets Erykah-Badu’schen Soul meets atmosphärische Electro-Einflüsse – alles selbst geschrieben, produziert, eingesungen von Sudan Archives. Das Ergebnis: Experimentelle, unschubladige Musik einer beispiellosen Künstlerin, von der wir sicher noch Großes erwarten können. Kein Wunder, dass das altehrwürdige Label Stones Throw sich die Dame inzwischen gekrallt hat.

Hals Ost

Von international Affairs zurück vor die eigene Haustür: In meiner Nachbarstadt Halle hat sich vor einigen Jahren ein Künstlerkollektiv mit dem klangvollen Namen Hals Ost gebildet. Producer Latschi zimmert die Beats und eine wechselnde Besetzung an MCs flext in bester Don’t-Care-Manier Bars über diese jazzig-chilligen Bretter, wie man es sonst nur aus dem Sichtexot-Lager kennt. Gehört wohl zur guten Etikette bei den Jungs. Genau wie es auf die Spitze treibende Wortspiele – zu finden auf ihrem gemeinsamen Album „La Une“ (oder „LaUne“ oder „Laune“).

KOJAQUE

…und zurück in die weite Welt hinaus, nach Dublin, um genau zu sein. Da versucht gerade ein MC-Producer-Videograph das Game zu übernehmen, der in meinen Augen tatsächlich das Zeug zum nächsten Großen Ding haben könnte. Die Rede ist von KOJAQUE, der sich irgendwo zwischen Evidence und The Streets, Spoken Word und Experimental Rap bewegt. Mehr muss ich eigentlich gar nicht sagen, denn wer sich das jetzt nicht reinzieht, ist dann eigentlich auch selbst Schuld. Fakt!

Viel Freude beim Diggen und ein schönes Wochenende!

Comments


Add Comment