Die letzte „Fundgrube“ ist schon wieder zwei Monate her, und da großartige Musik ein nachwachsendes Gut ist, habe ich für euch mal wieder meine Lieblingstracks unterhalb des gemeinen Musiknerd-Radars zusammengefasst. Spoiler: Diesmal wird es recht un-hiphop-ig für meine Verhältnisse.

Arletis
Es heißt ja immer, es gebe keine starken Soulstimmen in Deutschland. Die in Berlin lebende US-amerikanische Sängerin und Songwriterin Arletis ist gekommen, um euch das Gegenteil zu beweisen. Im März erschien ihr aktuelles Album „Come Over“ mit traumhaften Jazz-R&B-Produktionen von the intern (den man sowieso dringendst auf dem Schirm haben sollte). In der zugehörigen Single „With You“ hört man die Held*innen von Arletis klar raus: Da steckt ganz viel Smoothness von D’Angelo, ganz viel Leichtigkeit von Aaliyah und eine riesige Landung Präzision im Stimmeinsatz à la Whitney Houston drin. Das geht vor allem durch und durch, wenn die Sängerin in die Kopfstimme geht. Ich quittiere dies mit einem qualifizierten „Alter“!

Fatima
Wo wir gerade bei großen R&B-Stimmen sind: Warum Fatima eigentlich noch kein Star hierzulande ist, weiß auch niemand. 2014 veröffentlichte die Sängerin aus dem Vereinigten Königreich ein Monster von einem Debütalbum. „Yellow Memories“ wurde vom Rolling Stone sogar als eines der Top 20 R&B-Alben des Jahres gefeiert. Letztes Jahr erschien mit „And Yet It’s All Love“ die neue Scheibe der Künstlerin über Eglo Records, die in Sachen Innovationskraft locker mit dem hochkarätigen Debüt mithalten kann. Geniales Songwriting trifft auf eine großartige, unverwechselbare und wunderbar warme Stimme und eine ganz besondere Funkyness. Da rutscht der Finger ganz automatisch auf den Repeat-Button.

Friedrich Chiller
Kommen wir nun in die Kategorie „Die kannte ich schon als sie noch keine Stars waren“: Friedrich Chiller aus Dresden klingen ein bisschen wie die extrem coolen unehelichen Kinder von Falco, die in ihrer Kindheit in ein riesiges Glas Swag gefallen sind und auf ihre Pausen-Nutellaschnittchen immer noch ein Blättchen Wortwitz legen. Die noch sehr junge Band nennt ihren eigenen Stil Cloud-Pop und lässt so ziemlich alles, was im deutschsprachigen Pop-Bereich aktuell so geht, ziemlich nach Schunkelmusik aussehen. Dazu sind ihre Songs ausgewachsene Ohrwürmer, die man nie, ich wiederhole, NIE wieder los wird. Ist quasi wissenschaftlich erwiesen. Ich nehm‘ noch ’ne Dose „Popstar Energy“, bitte.

Friedrich Chiller gibt’s übrigens auch live:
26.04. – Leipzig, Mühlkeller
28.04. – Berlin, Hangar49
31.04. – München, StuStaCulum

Wem mehr nach Musik auf dem Sofa ist, dem empfehle ich übrigens die „Mona Lina Fundgrube“ als Playlist auf Spotify.

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