Ich möchte ehrlich sein: Der Herbst zeigt mir immer sehr eindrucksvoll, warum das hier wirklich nicht meine Klimazone ist. Für alle, die ebenso gefangen im Herbstblues oder einfach auf der Suche nach guter Musik sind, die ihnen vielleicht bisher verborgen geblieben ist, ist diese Ausgabe der Fundgrube gedacht. Dieses Mal habe ich euch mal wieder drei Acts rausgesucht, die fantastisch zu dunkelgrau-feuchten Abenden passen – und einfach ganz großartig sind. Spoiler: Es wird wieder einmal sehr UK-lastig.

2nd Exit

Machen wir es kurz „Dawn’s insight“ ist ungefähr das Schönste, was ich seit langer Zeit gehört habe. Hinter dem britischen Duo 2nd Exit stehen zwei gar nicht mal so unbekannte Namen: Alfa Mist sollte dem einen oder anderen Grime- und JazzHop-Fan ein Begriff sein, Lester Duval ist in HipHop-Kreisen vielleicht ein eher unbekannter Name – ein Blick in seine beachtliche Diskografie als Produzent und Engineer zeigt aber, dass sich das Multitalent seine Sporen absolut verdient hat. Was passiert, wenn zwei krasse Producer und MCs aufeinander treffen, kann man auf ihrer gemeinsamen, selbstbetitelten Platte hören. Sie selbst bezeichnen sich als „Mellow Mood Duo“. Mellow, aber auch melancholisch sind die Lyrics und das großartige, mit Streichern gespickte Jazzpiano-Instrumental von „Dawn’s insight“.

Summers Sons

Bleiben wir in Großbritannien: Summers Sons stehen bei Melting Pot unter Vertrag, sind jedoch bisher völlig an mir vorbei gegangen. Vielleicht liegt das daran, dass ihre Musik ganz hervorragend zur aktuellen Jahreszeit passt, und ich bei Veröffentlichung ihrer bisherigen Releases meist in sommerlicheren Gefilden unterwegs war?! Ihre „Undertones“-EP erschien im Januar und überzeugt mit wunderschönen, smoothen Instrumentals und fantastischen Texten. Mein Favorit ist die Textzeile „If freedom is the key, what are we free from?“ aus dem Song „Call it love“ (Wer eine Antwort auf die Frage hat, möge sich melden, ich denke schon den ganzen Tag darauf rum). Aus Gründen der Passgenauigkeit zur Grundstimmung gibt’s hier aber erstmal das Video zu „The Feeling“.

J. Lamotta Suzume

Seit der „Beats on Road“-Folge mit J. Lamotta Suzume bin ich Fangirl. Denn auch wenn die Produzentin-slash-Sängerin-slash-Rapperin nicht in der U-Bahn sitzt, macht sie fantastische Musik. Das haben auch die klugen Menschen von Jakarta Records erkannt und haben die israelische Künstlerin unter ihre Fittiche genommen. Ihre Musik hat eine baduismische Leichtigkeit, ohne dabei an Komplexität einzubüßen, ihre Stimme schwebt nahezu über ihre Produktionen – und überhaupt, was für ein großartiges Songwriting! Meine Vorfreude auf Mehr ist nahezu unbegrenzt.

Apropos mehr: Mehr Musik unter dem Radar gibt’s in der „Mona Lina Fundgrube“-Playlist auf Spotify:

Comments


Add Comment