Heute veröffentlicht die Hamburger Rapperin Finna ihre neue Single „Papierkrieg“ mit einem ausdrucksstarken Musikvideo. Der Song kritisiert deutsche Bürokratie, von der sich viele Menschen missachtet und auch überfordert fühlen: Die Angst vor dem nächsten Amtsschreiben, Bangen um die eigene Staatsbürgerschaft oder das Ergebnis eines psychiatrischen Gutachtens – all das kann einen Menschen erdrücken. Diesem „Papierkrieg“ setzt Finna ein Ende und sendet eine zentrale Botschaft, die sie in der Hook wie ein Mantra verinnerlicht: „Kein Blatt Papier, kein Dokument, bestimmen meinen Wert als Mensch.“ Der von Spoke und Finna selbst produzierte Beat bringt mit melodischen Samples Finnas wütend-preschenden Flow besonders zum Ausdruck.
„Perso, Pass, Geburtsurkunde, Zeugnis geht zur Ehrenrunde / Schule mit Arbeit und Ausbildung, Lebenslauf, die Lücke bunt / harte Konkurrenz und Leistungsdruck, Ellenbogen raus und angespuckt / Depression macht mich kaputt, Psychiatrie, die Seele wund.“ 

Auch das Musikvideo begleitet ihre kritischen Worte mit symbolträchtigen Bildern: Wie eine Marionette, gebunden an große Stücke Papier, versucht sie sich aus den Aktenstapeln zu befreien und zündet mit den Dokumenten auch ein Stück ihrer selbst an. Hier könnt ihr euch das Musikvideo ansehen:

https://youtu.be/0hhxAAmzgSc

Hier könnt ihr „Papierkrieg“ streamen:
Spotify: 
https://spoti.fi/3phJONU
Deezer: https://bit.ly/3aNsuYE
Amazon Music: https://amzn.to/3BYDIFQ
Apple Music: https://apple.co/3n5LgAn

Über Finna:
Mit ihrer ersten Single „Musik ist Politik“ steigt Finna direkt mit starker Message in die Szene ein: Nichts auf der Welt ist unpolitisch – und Musik schon gar nicht. Mit dem Song bewirbt sie sich 2015 beim Hamburger Musikpreis „Krach und Getöse“ – und gewinnt. Der Award ermöglicht ihr tiefe Einblicke in die Musikindustrie, den Aufbau eigener professioneller Strukturen und Auftritte auf größeren Bühnen. Ein enormer Erfolg – aber auch ein Fluch für die Künstlerin. Wie befremdlich ihr die Maskeraden der Popmusikbranche sind, verarbeitet sie in ihrer zweiten Single „Cool ist mir zu kalt“.

Finna teilt sich zum Spektrum Festival 2016 die Stage mit HipHop-Größen wie SXTN, doch danach ist Schluss: Ihre psychische Gesundheit verschlechtert sich. Der einzige Weg bleibt die Einweisung in eine psychiatrische Klinik. 2020 veröffentlicht Finna ihre erste neue Single nach dem Klinikaufenthalt. „Overscheiß“ thematisiert den gesellschaftlichen Umgang mit Mehrgewichtigen und schafft eine Hymne für mehr Body Positivity. Neben der Arbeit an eigenen Songs gibt die Künstlerin Workshops und ist in der queeren Jugendarbeit aktiv. Mit ihrem HipHop-Kollektiv Fe*male Treasure hat sie ein Netzwerk auf die Beine gestellt, in dem sich aufstrebende Rapper*innen aus dem deutschsprachigen Raum supporten und gemeinsam wachsen. 2021 schickt sie außerdem die „Tour d’Amour“ auf den Weg, um Geflüchtete in Griechenland mit Sachspenden zu versorgen und erhielt dafür im selben Jahr den Preis für Popkultur in der Kategorie „Gelebte Popkultur“. „Musik ist Politik“, die Botschaft ihrer allerersten Single, hat Finna bis heute verinnerlicht.

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