Die Leipziger Rap-Posse DEINEMAFA veröffentlichen heute ihre neue Single „Selbst die Türsteher weinen“ mit einem Musikvideo. Die zweite Auskopplung aus dem kommenden Album „Brust oder Keule“, welches am 9. Dezember 2022 independent erscheint, liefert einen Lovesong der besonderen Art und stellt hämisch die Frage: Wie geht Liebe im Kapitalismus?

Für diese soziale Analyse schlüpft Frontrapper Edgar Einfühlsam in die Rolle eines Mannes, der eine Liebesbeziehung mehr als ein notwendiges Accessoire zur Selbstoptimierung versteht als eine zwischenmenschliche Verbindung. So glaubt er, sich mit teuren Geschenken, unvergesslichen Erlebnissen und kitschigen Social Media Posts die Gefühle seiner Traumfrau erkaufen zu können: „Jeder kann uns bestaunen / auf unserem Pärchenprofil / können alle T-Shirts kaufen / auf denen man uns küssen sieht“, rappt er so einfühlsam, dass „Selbst die Türsteher weinen“.

Doch auf diesen Höhenflug folgt die unerwartete Trennung. Während seine (Ex-)Partnerin von erloschenen Gefühlen und ihrer Selbstbestimmung spricht, versteht der Mann bis zum Ende nicht, warum sie ihn verlassen hat. Was suchen Frauen sonst in einer Beziehung, wenn nicht finanzielle Sicherheit und den Schein einer perfekten Partnerschaft? So entlarven DEINEMAFA clever und humoristisch, wie sich romantische Beziehungen in marktwirtschaftlichen Gesellschaften verändern – und auch zerbrechen.

Hier könnt ihr „Selbst die Türsteher weinen“ hören: 
Spotify: https://spoti.fi/3DZ30pz
Deezer: https://bit.ly/3fQUSPP
Apple Music: https://apple.co/3fRfVBF
Amazon Music: https://amzn.to/3DYH2To

Zum Musikvideo geht’s hier: 
https://youtu.be/hrtrJRaaPxs

Über DEINEMAFA:
Mit spottender Dichtkunst das Bürgertum hänseln – dazu hat sich die Leipziger Rapformation DEINEMAFA verpflichtet. Sie dekonstruieren konservative und neoliberale Mythen, ohne dabei die Moralkeule zu schwingen. Zwischen Witz und Wahn platziert Frontrapper Edgar Einfühlsam sarkastische Lines, geistreiche Pointen und eine Menge Klamauk auf den bassreichen Beats von Synthikat. So zelebrieren sie gemeinsam mit DJ Loom aka Herr Lehmann gesellschaftskritischen HipHop im Monty Python-Format.

Doch Punchlines wollen geübt sein: Kreativer Dreh- und Angelpunkt sowie Frontmann Edgar Einfühlsam rappt seit mehr als 20 Jahren. In Halle (Saale) geboren und aufgewachsen prägt der frühe 90er-HipHop und der Nachwende-Osten seine Jugend. Inspiriert von Idolen wie Torch, Curse und Advanced Chemistry fängt er mit 13 Jahren, unter dem Künstlernamen Flex, selbst an zu rappen. Bei den Eastside Family Battles in Halle sammelt er erste Live-Erfahrungen und scheint mit wachsenden Skills seinem Traum immer näher zu rücken. Doch privat sieht es anders aus: Im Lifestyle aus Drogen, Rap und Grafitti wird die Schule nebensächlich, was zum Streit mit der Familie führt – er zieht aus, bricht die Schule ab und geht mit 18 Jahren nach Leipzig. Nach ein paar Jahren des Wandels lässt er die Drogen hinter sich, HipHop jedoch nicht. Zusammen mit Producer und Backup-MC Synthikat und DJ Loom an den Decks gründet Edgar Einfühlsam die Rap-Posse DEINEMAFA. 2011 veröffentlichen sie ihr erstes gemeinsames Album.

Zehn weitere Jahre später mischen sie Leipzigs Untergrund auf, wagen dabei den Balanceakt zwischen Rap und Techno und können die Crowd sowohl auf HipHop- als auch auf Punk-Konzerten von sich begeistern. 2015 erscheint ihr zweites experimentierfreudiges Album „Mietzekatze“ und 2020 bündeln sie mehrere EPs auf der Platte „Schämen ohne rot zu werden“ und drehen den Genremixer wieder einmal auf Anschlag. Zur gleichen Zeit arbeiten sie schon wieder an neuen Songs, die nach und nach in der Playlist „Brust oder Keule“ erscheinen – und bald auch noch physisch an HipHop-Feinschmecker*innen gelangen: Das Album „Brust oder Keule“ erscheint am 9. Dezember 2022 digital und auf Vinyl.

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