Ein Dreivierteljahr Female Rap auf diesem Blog feiern wir mit der neuen Runde „365 Female MCs“. Über 250 Rapperinnen haben bisher Platz auf dieser Plattform gefunden, drei weitere Ausgaben werden noch folgen. Ich freue mich von ganzem Herzen, dass die Reihe so viel anstößt: Immer mehr Medienbeiträge beschäftigen sich mit dem Thema, auf Podien werden die „365 Female MCs“ als Referenz genannt und dazu findet in diesem Monat im Berliner Klunkerkranich die erste „365 Female MCs“-Party statt, bei der ich gemeinsam mit Cashmiri und DJ Wan.illa NICE einen Abend lang großartige Female Rap Sets spielen werde. Völlig verrückt, was aus dieser trotzigen Schnapsidee heraus entstanden ist.

Teil 9 also – 31 großartige Rapperinnen für den Monat Juli. Die bisher erschienenen acht Teile „365 Female MCs“ gibt es, wenn ihr hier klickt.

01 Flohio (UK/Nigeria)

Straight outta SE16: Die Londoner Rapperin Flohio gilt mit Fug und Recht als eine der krassesten Hoffnungsträgerinnen der internationalen Rapszene. Wie krass und hungrig flext die bitte auf ihre düsteren Grime-Beats? Seit ihrem gemeinsamen Song mit dem Producerteam God Colony vor zwei Jahren bin ich Vollzeit-Fan – und habe damit endlich mal etwas mit Naomi Campbell gemeinsam, die Flohio im Modemagazin Vogue als eine ihrer „10 women changing our future“ nannte. Die Zukunft von Rap könnte Young Flo‘ safe regulieren. 10 more rounds please!

02 Mimi (Deutschland)

Auf den Mittelfinger im Namen verzichtet Mimi (einst Mimi Mittelfinger) inzwischen. An Attitüde ist der Mainzer Rapperin jedoch nichts verloren gegangen: Auf sichtexotisch-verspulte Beats flext Mimi ihre deepen, metaphorischen Zeilen. Auch live lässt die Künstlerin keine Bühne aus und teilte sich das Publikum unter anderem schon mit Sara Hebe, Gossenboss mit Zett und Lena Stöhrfaktor. Im Juni erschien endlich ihre EP „3 Meter Strassenlicht“ – die reinste Skills-Therapie!

03 Fo Sho (Ukraine)

Xtra-ordinärer Stoff kommt von den Schwestern Betty, Siona und Miriam Endale aus der Ukraine. Die haben vergangenen Monat ihr erstes Musikvideo veröffentlicht und lassen mich mit der Frage zurück, wo sie eigentlich mein ganzes Leben lang gesteckt haben. Die können rappen, die können singen, die können Turn Up. Und ich möchte mehr, bitte! Aktuell arbeitet das Trio an seinem Debütalbum.

04 Intelligenz (USA)

“The lack of women in the game is something that I’m over to”, rappt die MC Intelligenz in ihrer 2014er Single “I’m a Movement”. Ihre Leidenschaft für die Kunst entdeckt die Rapperin aus Chicago bereits zu Schulzeiten. Dennoch schlug sie nach ihrem Abschluss zunächst eine Militärkarriere ein, die sie nach gut sechs Jahren dann doch gegen die Booth eintauschte. Seitdem macht sich die introvertierte Consciousrapperin auf Cyphers und durch Singlereleases einen Namen. Der Wettbewerb “Next Top Female MC” machte Intelligenz zum Schützling von MC Lyte und öffnete ihr den Weg zu größeren Bühnen. In den letzten beiden Jahren war es recht ruhig um die Künstlerin, die inzwischen in Maryland lebt. Jemand möge sie doch bitte zurück ins Studio zitieren!

05 Suboi (Vietnam)

Suboi hat das Mashup aus referenzstarken Raptexten und vietnamesischen Bildwelten perfektioniert. Beim Betrachten ihres Musikvideos zu “Cho Không” möchte man sich förmlich in die nächste Karaokebar absetzen. Vietnams “Queen of Hip Hop” hatte es nicht leicht, sich ihren Platz in der männerdominierten Rapszene ihres Heimatlandes zu erkämpfen. Geprägt wurde sie von amerikanischem Rap, nennt aber auch deutsche Artists wie Kool Savas und Xavier Naidoo als wichtige Einflüsse. Ihr Grind hat sich inzwischen ausgezahlt: Suboi performte 2015 als erster vietnamesischer Act aller Zeiten auf dem South by Southwest. Ein Jahr später ging sie mit einer Performance bei einer Q&A-Session von Barack Obama in die Geschichte ein. Und die vietnamesische HipHop-Szene? Hat inzwischen gecheckt, dass an der MC absolut kein Weg vorbei führt.

06 City Girls (USA)

Wenn man seine Karriere mit Features mit Drake und Cardi B beginnt, ist die Erfolgsgeschichte quasi in Stein gemeißelt: Ende 2018 erschienen die Schulfreundinnen JT und Yung Miami unter dem Namen City Girls auf dem Radar der internationalen Rapszene. Öffentlichkeitswirksamkeit kann das Duo im Endbossmodus: Den Instagram-Grind beherrschen sie perfekt, dazu sorgen neben den hochkarätigen Featuregästen auch mediale Skandale wie JTs Festnahme wegen Kreditkartenbetrugs für ordentlich Publicity.

07 Ettijah (Palästina)

HipHop war schon immer Ausdrucksform von marginalisierten Gruppen und für viele Menschen eine letzte Zuflucht, die letzte Hoffnung auf eine eigene Stimme. Ein Beispiel dafür ist das Female-Rap-Kollektiv Ettijah aus dem palästinischen Flüchtlingslager Dheisheh. Die Female MCs, die durch die Organisation Shoruq gecoacht werden, rappen über den täglichen Struggle palästinensischer Teenager und junger Frauen. Mehrere Singles sind im Rahmen des Projektes in den letzten Monaten veröffentlicht worden.

08 Yarah Bravo (Schweden/UK/Deutschland)

Für Yarah Bravo gibt es eigentlich weder eine adäquate Beschreibung, noch eine eindeutige lokale Zuschreibung. Geboren und aufgewachsen in Schweden als Tochter einer Chilenin und eines Brasilianers, dann Stationen in London, New York und Deutschland und mehrere Welttourneen – hätte die Musikerin eine Scratchkarte, kaum ein Fleckchen auf der Welt wäre unberührt. Mit der musikalischen Innovationskraft einer Erykah Badu und der lyrischen Stärke und dem Soul einer Lauryn Hill ist Yarah Bravo eine der krassesten und zugleich krass underratedsten Künstlerinnen unserer Zeit. Wenn sie sich nicht gerade die Bühne mit Artists wie dem Wu-Tang Clan und Public Enemy geteilt hat, hat Yarah übrigens eben mal einen eigenen Klamottenstore in London eröffnet. Normaler Move bei einer der talentiertesten Frauen der Welt.

09 Reema Major (Kanada/Sudan)

Wen es nach Technikgeflexe gelüstet, der sollte sich diese Künstlerin am besten quer über den Bildschirm schreiben: Reema Major, geboren im sudanesischen Khartoum, verbrachte ihre frühe Kindheit in Uganda und Kenia, ehe sie mit ihrer Mutter in Kanada landete, wo sie bereits in jungen Jahren mit der dortigen HipHop-Szene in Kontakt kam. 2009 trat die Rapperin mit ihrem Debütalbum erstmalig vor einer breiten Öffentlichkeit in Erscheinung und überzeugte schnell mit einer beispiellosen Raptechnik, die durch Double- und Tripletime-Passagen gekennzeichnet ist. Nur ein Jahr später performte sie als jüngster Female Rap Act aller Zeiten bei den BET Hip Hop Awards – mit gerade einmal 15 Jahren.

10 Neblinna (Venezuela)

Auch Neblinna MC griff bereits in ganz jungen Jahren zum Mic: Im zarten Alter von 14 Jahren veröffentlichte sie als Teil der Colisión Filosofik Crew ihren ersten Song. Zehn Jahre sind seitdem vergangen und Neblinna hat sich ihr Standing als eine der relevantesten Künstlerinnen der venezuelischen Rapszene hart erarbeitet. Dieses Standing macht ihr neuster Song „Deshago #1“ mehr als deutlich: Ein glasklarer Representer wie aus dem Bilderbuch.

11 Billie Brelok (Frankreich)

Als „Bâtarde“ – also Bastard – bezeichnete sich Billie Brelok in ihrer gleichnamigen Debütsingle aus dem Jahr 2013. Ein Titel, der zugleich deutlich macht: Die Rapperin aus Nanterre hat nicht vor, sich gesellschaftlich unterzuordnen. In ihrer Musik schreckt sie nicht vor gesellschaftskritischen Statements zurück, gibt sich offen feministisch und antirassistisch. Ihre neuste EP „Gare de l’Oest“ zeigt die globale Identität der MC, deren Eltern aus Peru nach Frankreich kamen.

12 Awkwafina (USA)

„I don’t need a dick when I’m penetrating“: Awkwafina slayed das Unterhaltungs-Game, nicht nur in Sachen Rap, sondern auch als Schauspielerin und Moderatorin. Die New Yorkerin begann ihre musikalische Karriere zwar an der Trompete, stellte aber schnell fest, dass sie lieber in Mikrofone spittet. 2012 erlangte sie mit einem Kontersong auf Mickey Avalons „My Dick“ einen viralen Erfolg: „My Vag“ wurde bis heute über vier Millionen Mal auf YouTube aufgerufen. Ihre letzte EP „In Fina we trust“ erschien 2018 – sieht man ihren Erfolg, ist der Name wohl Programm.

13 WendyNONO (China)

Die chinesische Female Rapszene begeistert mich immer wieder mit krassen Talenten und ist zugleich ein Albtraum für Recherchearbeiten. Die sprachlichen (und schriftlichen) Barrieren gepaart mit generell kaum zugänglichen Informationen medialer Art. Deshalb gibt es hier ohne große Worte die beeindruckende WendyNONO aus dem ostchinesischen Wuhan, mit einem Song, der, wenn Google Translate nicht lügt, „Einhorn“ heißt. Wenn das kein Grund ist, Fan zu werden, weiß ich es auch nicht.

14 Mirrah (Australien)

Die in Sydney lebende MC Mirrah ist eine geborene Performerin. Schon als Kind konnte sie kaum still sitzen. Inzwischen drückt sich die unbändige Ausdruckskraft der Künstlerin in einem bezaubernden Mix aus HipHop, Soul und Jazz aus, dem man sich nur schwer entziehen kann. Seit circa sechs Jahren baut sich die Rapperin ihre Fanbase auf, teilte sich die Bühne mit Artists wie L-Fresh the Lion und Okenyo und veröffentlichte zwei EPs mit den Titeln „Life“ und „Love“. Letzteres sollte man der Künstlerin in jedem Falle in rauen Mengen zeigen!

15 Cora E. (Deutschland)

Ja, das ist überfällig: Die Relevanz von Cora E. für die deutsche HipHop-Szene lässt sich mit einem Zitat aus einem ihrer eigenen Songs wohl am besten beschreiben: „Es wäre nichts so wie es ist, wär‘ es damals nicht gewesen, wie es war“. Die Rapperin aus Kiel kommt in den 80ern mit der jungen HipHop-Bewegung in Kontakt und probiert sich schnell erfolgreich als B-Girl und MC. Im Umfeld der Heidelberger Rapszene startet die Zulu Queen schließlich durch und beweist mit Tracks wie „Schlüsselkind“ endgültig, dass der MC weiblich ist. Bis heute gilt sie als eine der kredibilsten Female MCs des Landes sowie als maßgeblich prägende Figur des Deutschraps der 90er.

16 Ish Kaur (Indien)

Im zarten Alter von 14 Jahren entschied sich die junge Ishita aka Ish Kaur für eine Laufbahn als Rapperin – kein einfacher Weg in der stark patriarchal geprägten indischen Gesellschaft. Die Independent-Künstlerin aus Neu-Delhi widmet sich mit jeder Menge harter Arbeit ihrem Ziel. In ihren Songs möchte sie Gefühle ausdrücken, mit denen sich andere Menschen identifizieren können und jahrhundertealte Weisheiten weitertragen. Die Rapperin, Sängerin und Songwriterin ist außerdem eine talentierte Bharatanatyam-Tänzerin.

17 Cell7 (Island)

2013 landete die isländische Rapperin mit ihrem Solodebüt „CellF“ einen Überraschungserfolg mit überwältigenden Musikkritiken. Erst im März dieses Jahres meldete sich die Rapperin aus Reykjavík mit ihrer zweiten LP „Is anybody listening?“ zurück. Genreschubladen? Interessieren die MC mal so gar nicht. Dabei ist Cell7 ein relevanter Teil der isländischen HipHop-DNA: Vor über 20 Jahren prägte sie als Teil einer der ersten HipHop-Formationen ihres Heimatlandes, der Band Subterranean, isländische Rapmusik maßgeblich mit. Und ein Ende ihres Impacts ist längst nicht abzusehen!

18 7xvthegenius (USA)

Servicepost für alle, die rätseln, wie man diese unfassbar dope MC ausspricht: „Love the Genius“ muss es heißen. Gern geschehen. Reden wir nun über die Skills der Newcomerin aus Buffalo: Im Mittelpunkt ihrer Lyrics steht die Selbstliebe, frisch verpackt in smoothe Bars, dargelegt auf verspulte Beats. Da kann man sich schon mal schockverlieben. Und das macht ihr jetzt hier:

19 Hispana (Mamba Negra) (Mexiko)

Sie ist die Black Mamba, die Femme Fatale des mexikanischen Raps. Mit sechs greift Hispana erstmals zum Stift und hört seitdem nicht mehr auf zu reimen. Die Rapperin aus Puerto Vallarta gibt sich dem Drang, sich auszudrücken, Anfang der 2000er endgültig hin, als es die junge Künstlerin erstmalig auf eine Bühne zieht. Ihr Zuhause findet sie im Boombap, ihrem 2012er Debütalbum „Mamba Negra“ hört man das klar an. Ihrem Stil bleibt sie treu, experimentiert aber zunehmend mit offenen Rhythmen und entwickelt sich so konsequent musikalisch weiter. Mit „Los Gonzáles“ ist im April ihr bereits dritter Longplayer erschienen.

20 A(Z)IZA (Russland)

„Not bad not good not normal“, so stellt sich die Moskauer Rapperin Aiza auf Twitter ihrem Publikum vor. Die junge Musikerin, Influencerin und Schmuckdesignerin (keine Pointe) präsentiert sich in ihren Musikvideos und auf Social Media in Hochglanz-Optik. Lange Zeit war sie im Pop- und R&B-Bereich zu Hause, seit 2017 hat sie Rap als ihr Ausdrucksmedium entdeckt. Ausgangspunkt dafür war ein Disstrack ihres Exmannes Guf, dem sie „in seiner eigenen Sprache“ antworten wollte. Das Ergebnis, ihr Song „Supreme“, hat inzwischen fast drei Millionen Aufrufe auf YouTube. Dass sie dafür nicht nur auf Gegenliebe aus der russischen Rapszene stieß, liegt auf der Hand. Vom Mic ist Aiza so bald jedoch nicht mehr wegzubekommen.

21 Ansen (Deutschland)

Ansen macht Hits. Den Songs der Sängerin, Rapperin, Songwriterin und – jetzt kommt’s – Kinder- und Jugendzahnärztin hört man das Gefühl für eingängige Melodien und den jahrelangen Gesangsunterricht der Künstlerin an. Jegliche Sellout-Vorwürfe perlen an der Musikerin jedoch ab: Ansen kommt aus dem HipHop, kam im Kindesalter durchs Tanzen mit der Kultur in Berührung und fühlt sich noch heute den Werten der Szene verbunden. Vor zwei Jahren veröffentlichte die gebürtige Brandenburgerin mit „Carpe Diem“ ihre Debütsingle. Mehrere weitere Singles sind seitdem erschienen.

22 Kris Alaniz (Argentinien)

Häufig wird gesagt, es gäbe ja keine Rapperinnen. Noch häufiger wird behauptet, es gäbe keine Producerinnen. Kris Alaniz aus Argentinien vereint beide Disziplinen. Dabei greift die, in Buenos Aires geborene, Künstlerin zunächst zur Gitarre, um eigene Songs zu komponieren. Mit 16 wird Kris schließlich mit HipHop infiziert, fängt an zu rappen und baut eigene Beats. Ihr erstes eigenes Soundsystem nennt sie „Clara Esencia“ und teilt sich dafür die Bühne mit M.A.C. und Yamina. 2007 ruft sie das Movement „FEMC“ – ein Netzwerk für Rapperinnen in Tucumán – in Leben. Zahlreiche internationale Kollaborationen und Albumreleases später sitzt Kris aktuell wieder im Studio und arbeitet an ihrem neuen Longplayer.

23 Nello Luchi (USA)

Was für geil verspulten Kram macht Nello Luchi bitte? Bassfronten treffen auf wechselnde Synthieflächen und Representer-Bars in Oldschool-Manier. Beeinflusst vom US-Rap der 90er und 00er Jahre fing young Nello im zarten Alter von elf Jahren an, Reime zu kicken. Ihre Skills brachten ihr Zusammenarbeiten mit Chrisette Michele und Rasco ein. Ihr Debütalbum „The Struggle Before the Glory“ erschien 2015, das Nachfolgewerk „Welcome: The Audio Movie, Pt. 1“ folgte zwei Jahre später. Nello Luchi sieht sich als Gegenentwurf zur übersexualisierten Mainstream-MC.

24 Vintage Lee (USA)

Auch Vintage Lee hat keine Lust auf überzeichnete Hochglanzvideos und Pradataschen. Die Rapperin aus Roxbury, Massachusetts ist dabei alles andere als „Vintage“: Ihr Sound ist brachialster Trap mit jeder Menge Attitude. „Spicy and Saucy“ Rap nennt Vintage Lee ihren Style, den sie perfektioniert, seit ihre Schwester ihr als Dreijährige erstmalig ein Mikrofon in die Hand drückt. Die Eroberung der HipHop-Szene ist der MC dabei noch lange nicht genug: Vintage Lee träumt von einer eigenen Fashion-Line und sieht sich selbst als Marke. She’s not a business woman, she’s a business, woman!

25 Hunny Madu (Malaysia)

Die malaysische HipHop-Szene ist eine recht zuverlässige Adresse für spannende Artists. Eine der kommerziell spannendsten Artists ist Hunny Madu, die sich als Rapperin und Songwriterin, aber auch als beliebte Radio- und Fernsehmoderatorin einen Namen gemacht hat. Darüber hinaus hat die zweifache Mutter eine eigene Kosmetiklinie. Bei so viel Erfolg erscheint Dankbarkeit angemessen: „TYVM“ – „Thank you very much“, ist der Titel ihres bislang erfolgreichsten Musikvideos.

26 Misstake (Italien)

Für Misstake ist Rap eine globale Disziplin: Um ihre Skills zu schärfen und mit der Szene zu connecten reist sie als Teenager quer durch Europa. Dabei integriert sie nicht nur Rap, sondern auch Elemente anderer Genres wie Soul, Punk und Reggae in ihre Musik. Die italienische HipHop-Bühne entert die Künstlerin aus dem Nordosten Italiens im Jahr 2011 gemeinsam mit ihrem Mentor Vacca. Eine Sammlung ihrer Singles und ein Manifest ihrer Vielseitigkeit hat Misstake Ende Mai unter dem Titel „Best of Misstake“ als Album veröffentlicht.

27 Honey C aka Honey Cocaine (Kanada)

Queen Honey C räumt seit 2011 die HipHop-Szene ihrer Heimatstadt Toronto auf. Mit mehreren Mixtapes und Features mit Artists wie Tyga und Kid Ink machte die talentierte MC schnell auf sich aufmerksam. In bester „I Don’t Give a Fuck“-Manier machte sie dem Titel ihrer Debütsingle in ihren Songs alle Ehre, thematisiert aber genauso ihre Erkrankung an Depressionen in der Öffentlichkeit. Seit ihrem 2018er Werk „Wildfire“ ist es etwas ruhiger um die Rapperin geworden, die aktuell angeblich an neuem Material arbeitet.

28 Illustre (Frankreich)

Illustre ist eine dieser seltenen Künstlerinnen, denen man zu tausend Prozent abkauft, dass sie sich die Seele aus dem Leib rappen. Im April erst erschien ihre Debüt-EP „Les mains bleues“, deren Titelsong einem Gänsebeulen bereitet. Ein erstes Album ist für 2020 geplant. Die Rapperin aus Clermont sammelte zunächst im Rahmen von Poetry Slams umfangreiche Bühnenerfahrung und gilt bereits heute als wichtige Stimme der queeren HipHop-Szene in Frankreich.

29 Joycetice (Deutschland)

Bei Joycetice frage ich mich ehrlich, wo sie eigentlich mein Leben lang war. In ihrer aktuellen Single „Plexus Solaris“ spittet sie nicht nur extrem großartig abstrakten Kram, sondern fegt auch eure Genderklischees großzügig aus: „XY, XX, weil wir im Gottesbild gebaut sind / Macht es doch nur Sinn, dass ich der Typ und auch die Braut bin / haut auch hin / vielleicht bin ich weder noch / und wenn es nicht so ist bin ich auf jeden Fall der Boss“. Ich requeste ein Joycetice-Album – jetzt!

30 Yukka Shahin (Ägypten)

Eine echte Raptivistin: Yukka ist eine der politischsten Stimmen der ägyptischen Rapszene. Die Rapperin, Songwriterin und Feministin aus Alexandria griff 2010 erstmalig zum Mikrofon und machte sich als Teil der Crew „Rulers Without Law“ einen Namen. Seit dem Arabischen Frühling nutzte sie ihre Rapskills verstärkt, um gesellschaftliche Statements zu setzen und sich in besonderem Maße für Frauenrechte einzusetzen. Auf unfassbar schönen, schweren Jazztrumentals legt sie ihre Messages dar.

31 Nicki Minaj (USA/Trinidad & Tobago)

Den Monatsabschluss macht diesmal eine der relevantesten Rapperinnen dieser Generation: Der Einfluss von Nicki Minaj auf die aktuelle HipHop-Generation und die gesamte Popkultur lässt sich nicht leugnen. Sei es der prägnante Tripletime-Flow oder die überdrehten Barbieworld-Videos: Nach vier Alben, mehreren Welttourneen und Zusammenarbeiten (und Beef) mit allem und jedem ist Nicki Kult. Da kann man schon mal vergessen, dass auch die Karriere der in Trinidad & Tobago geborenen Rapperin als klassischer Grind begann und sie einst, wie so viele vor und nach ihr, einfach nur hungrige Bars in jedes ihr zur Verfügung stehende Mikrofon spuckte.

Teil 10 von „365 Female MCs“ kommt am 1. August 2019. Bis dahin könnt ihr euch die Zeit mit der zugehörigen Spotify-Playlist vertreiben:

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