Wir sind im achten Monat „365 Female MCs“ angelangt. Mit jedem Monat rückt die Zahl 365 näher – und mir wird bewusster, dass ich es niemals schaffen werde, all die Rapperinnen* hier vorzustellen, denen ich gern eine Plattform geben würde. Vielleicht ist aus diesem Grund dieser Monat etwas undergroundiger als die übrigen Teile. Wie immer habe ich eine möglichst bunte Vielfalt gewählt an musikalischen Stilen und Inhalten, Newcomerinnen und HipHop-Pionierinnen. Ich wünsche euch viel Freude beim Entdecken.

Mehr davon? Insgesamt sieben Teile „365 Female MCs“ sind bereits erschienen. Eine Übersicht aller Teile findest du hier.

01 Nina Dioz (Mexiko)

Diesen Monat starten wir in Mexiko: Während Trapmusik gemeinhin eher minimalistisch gehalten ist, inszeniert sich Nina Dioz einfach ein ganzes „Trap Orquesta“ zusammen und legt mit „Magdalena“ ein wahres Epos vor. Grenzen aufzubrechen war schon immer die Spezialität der Rapperin aus Monterrey. Als erste offen queere Female MC eroberte sie nicht nur die mexikanische HipHop-Szene, sondern machte sich auch in den USA einen Namen. Ihr letztes, sehr hörenswertes Album „REYNA“ erschien vor einem Jahr.

02 Chelsea Reject (USA)

“Not your average rapper” ist Chelsea Reject. Allein wenn man sich die Skills der MC aus Brooklyn anschaut, dürfte das Wort „durchschnittlich“ wohl das letzte sein, woran man denkt. Als Inspiration nennt sie die ganz Großen: Lauryn Hill, Lupe Fiasco, Kendrick Lamar und Jill Scott. Für ihr erstes Mixtape „CMPLX“ bandelte sie bereits mit Duck Down Records an – der erste Ritterschlag der Dopeness wäre damit erteilt. Release Nummer zwei, „This Is Not My Final Form“, erschien im April diesen Jahres.

03 KeKe (Österreich)

Dass Österreich keine schlechte Adresse ist, wenn man auf der Suche nach guten Rapperinnen ist, dürfte hinlänglich bekannt sein. Ganz gut Welle macht aktuell KeKe aus Wien, und liefert dabei mit jeder neuen Single so perfekt ab, dass all der aufflammende Hype um die junge Musikerin einfach völlig gerechtfertigt ist. KeKe vereint Jazzgesang mit Rap voller Attitüde, und das wirkt so gar nicht „paradox“, wie einer ihrer neusten Tracks verdeutlicht. Da wächst die Vorfreude auf das erste Release in Album- oder EP-Länge.

04 Tracy De Sá (Frankreich/Indien/Spanien/Portugal)

Um Tracy De Sás Heimat zu beschreiben, brauche ich extrem viele Schrägstriche. Oder in Worten: Geboren in Indien, aufgewachsen in Portugal und Spanien und inzwischen wohnhaft in Frankreich – globale Einflüsse, die sich auch in der Musik der Rapperin widerspiegeln. Mit „Commotion“ erschien vergangenen Monat ihr erstes Album – ein Longplayer, der den musikalischen Bogen von der South Bronx an die Strände von Goa zieht. Neben ihrem Leben als Nomadin geht es in ihren Songs unter anderem auch um sexuelle Selbstbestimmung und um das Empowerment anderer Frauen. So veröffentlicht sie immer am 8. März eine Hymne zum Weltfrauentag.

05 Mia X (USA)

Reden wir mal wieder über den schon mehrfach widerlegten Mythos, Rap sei schon immer ein Männerding gewesen. Werfen wir einen Blick in die HipHop-Historie, stolpern wir früher oder später über Mia X. Die aus New Orleans stammende Rapperin wurde bereits Mitte der 80er Teil einer Rap-Formation in ihrer Heimatstadt. Richtig Fahrt nahm ihre Musikkarriere jedoch mit ihrem Signing bei Master Ps No Limit Records auf, bei dem sie schnell zur weiblichen Aushängefigur wurde. Zwei ihrer Studioalben, „Unlady Like“ und „Mama Drama“, wurden mit Gold ausgezeichnet. Darüber hinaus arbeitete sie unter anderem mit Snoop Dogg zusammen und war in mehreren Nebenrollen in Filmen zu sehen. Dann wurde es ruhig um die Rapperin, die nach dem plötzlichen Tod ihrer Eltern neben ihren eigenen Kids plötzlich auch ihre deutlich jüngere Schwester versorgen musste. Seit einigen Jahren tauchen nun wieder Singles der MC auf, auch ein Comeback-Album war zwischenzeitlich angekündigt. Dazu hat Mia X ein eigenes Kochbuch veröffentlicht.

06 Stichiz (Kanada/USA)

Ob der Name Stichiz daher rührt, dass die Künstlerin selbst sagt, sie würde ihre Musik aus verschiedenen Genres zusammen „stitchen“? Unter anderem HipHop, Rock, Funk und Soul mischt die trilinguale Rapperin, Moderatorin und Pianistin zusammen. Ihre Eltern stammen aus Haiti, geboren wurde sie im kanadischen Ottawa und wuchs schließlich im sonnigen Florida auf – das spricht für eine Musikerin mit internationalen Ambitionen, die jedoch stets ihre eigene Community im Blick hat. So engagiert sich Stichiz neben ihrer sehr positiven und empowernden Musik auch kirchlich.

07 Shinyujinssi (Südkorea)

Immer wieder laufen mir im Rahmen meiner Recherche für „365 Female MCs“ Künstlerinnen über den Weg, die ich vom ersten Track an feiere, über die ich aber – Sprachbarriere sei Dank – kaum etwas in Erfahrung bringen kann. Über Shinyujinssi sei so viel gesagt: Die Rapperin hat im vergangenen Jahr ihre Debüt-EP „HYDRANGEA“ veröffentlicht und sich vorab bereits durch diverse Featureparts und über Soundcloud einen Namen gemacht. Unter dem Namen Jan. ist sie auch als Sängerin aktiv.

08 Lena Stöhrfaktor (Deutschland)

Im Deutschrap-Untergrund stößt man früher oder später auf Lena Stöhrfaktor. Seit 2003 ist die Berlinerin mit Mikrofon in der Hand unterwegs, enterte als „Seeräuber Lena“ mit drei Solo-Releases und mehreren Kollaborationen die Szene und gilt als wichtige Stimme im politischen Rapgeschehen. In ihren Texten schreckt die Rapperin nicht vor klaren Ansagen zurück, hinterfragt Kapitalismus, Patriarchat, gesellschaftliche Zwänge und Musikindustrie kritisch – Stöhrfaktor-Style eben. Dass sie mit diesen Themen definitiv nicht nur „Selbstgespräche“ führt, beweist sie einmal mehr mit ihrer Ende Mai erschienenen Single.

09 Raja Meziane (Algerien/Tschechien)

Die musikalische Reise von Raja Maziane begann in ihrem Heimatland Algerien, wo die studierte Juristin zwei Alben veröffentlichte. Ihre regimekritischen Songs fanden auf politischer Seite jedoch nicht sonderlich viel Gegenliebe. Als Anwältin durfte sie von nun an nicht mehr arbeiten – und beschloss deshalb 2005, nach Tschechien auszuwandern. Da läuft es mit der Musikkarriere fantastisch: Ihr Mix aus Pop und Rap kommt bei einem weltweiten Publikum gut an, starke Statements setzt sie noch immer – und zeigt damit, dass man es auch mit politischer Musik zu millionenfachen Klicks bringen kann.

10 Miss Eaves (USA)

Miss Eaves widmet sich den wirklich wichtigen Fragen im Leben: „What should I do with my hair down there?” Die 2018 veröffentlichte, großartige Hymne über die Schönheit weiblicher Körperbehaarung ist nur einer von zahlreichen Statement-Tracks der New Yorker Rapperin, Feministin und Satirikerin. In ihrer Musik geht es darum, degradierenden Trollen Paroli zu bieten, um die Formschönheit weiblicher Oberschenkel und überhaupt: Selbstbewusstsein. Ihre empowernden Messages transportiert sie über einen eingängigen Mix aus Rap, Elektropop und Dance.

11 Sajsi MC (Serbien)

Die Belgrader Künstlerin Sajsi MC hatte anfänglich nicht unbedingt eine Karriere als Rapperin auf dem Schirm – und das, obwohl sie aus einer durchaus musikalischen Familie stammt. Ihr Vater, Jovan Rasic, war in den 70ern Teil einer bekannten Rock’n’Roll-Formation. Erste Gehversuche machte Sajsi mit einem semiprofessionellen Bandprojekt, zu dem auch ihre Schwester Tijana gehörte. Seit 2009 ist die serbische Rapperin solistisch unterwegs, ihr erstes Album erschien ein Jahr später. Seitdem ist Sajsi ungebremst fleißig – sei es im Rahmen von Solotracks oder Kollaborationen.

12 Shea Barz (USA)

Rap muss richtig brutal sein, am besten ein verbaler Splattermovie? Shea Barz liefert – und ist damit eine von wenigen aktuellen Artists, denen ich die Pat*innen-Rolle tatsächlich abkaufe. Wirklich sichtbar ist die New Yorker Rapperin, die sich im Netz gern als „Female Biggie“ inszeniert, erst seit einigen Monaten und fällt vor allem durch Live Bars Videos auf 90er und 2000er Instrumentals auf.

13 Keny Arkana (Frankreich)

Seit mehr als 20 Jahren ist Keny Arkana eines der Aushängeschilder der politischen Rapszene Frankreichs. 1996 trat sie erstmals als Teil des Kollektivs État Major in Erscheinung. Ihr erstes Solorelease sollte erst acht Jahre später erscheinen, zehn Alben, EPs bzw. Mixtapes schmücken bis heute ihre Diskografie. Die Rapperin aus Marseille widmet sich in ihren Songs gesellschaftlichen Themen wie Kapitalismus, Faschismus und Gentrifizierung.

14 Nazz (Deutschland)

Die Lieblingsrapperin deiner Lieblingsrapper: Wer ein bisschen was für deutschen Conscious Rap oder emotionale Texte übrig hat, hat Nazz mindestens schon mal auf einem Feature gehört. Nazz machte sich zunächst als Teil des Duos „Nazz-N-Tide“ einen Namen und veröffentlichte mit „Soul“ und „Karma Karussel“ zwei Soloalben. Die Rapperin war zuletzt im Umfeld des Labels 58Muzik aktiv, das, gewissen Schlagzeilen um einen sich selbst als buddhistisch bezeichnenden Rapper folgend, dicht machte. Seitdem ist es ruhig geworden um die Rapperin aus Siegen. Ihrem Image als eine der besten deutschen Lyricists hat das bisher nicht geschadet.

15 Karol Conka (Brasilien)

Rapperin, Sängerin, Songwriterin, Schauspielerin, Moderatorin, Model – die Berufsliste von Karol Conka will kein Ende nehmen. Die brasilianische Tausendsassa hat sich zu einer der bekanntesten Artists im HipHop-Bereich hochgearbeitet. Erste Reime schrieb sie bereits in der Highschool, der Durchbruch gelang ihr mit ihrem 2013er Debütalbum „Batuk Freak“, das der MC einen Multishow Best New Artist Award einbrachte. Karol Conka mixt starke Rap-Parts mit Einflüssen aus der Bahia-Region, aus der ihre Großmutter stammt. Ihre aktuellen Releases mögen sich ein Stück von HipHop entfernt haben, auf dem Schirm haben sollte man die Künstlerin aber dennoch.

16 Emelevskaya (Russland)

Eines der besten Musikvideos des Jahres kommt zweifelsohne aus Russland: Emelevskayas Barbie-Party hat die richtige Mischung aus Unterhaltsamkeit und Vollzeit-Creepfaktor. Achja, rappen kann sie auch. Erste Sporen verdiente sich die Rapperin aus dem 60.000-Einwohner-Örtchen Tikhoretsk als Battle-MC. Gemeinsam mit Rapkollegin Masha Hima zog sie sogar ein All Female Battlekollektiv namens Mamin PodruGun hoch. Darüber hinaus moderierte Emelevskaya viele Jahre lang Interviews mit den Rapgrößen ihres Heimatlandes.

17 Dynasty (USA)

Es gibt Rapperinnen, auf deren Portraits freue ich mich seit Monaten. Eine von ihnen ist Dynasty – ja, ich bin Fangirl. Ja, ich kann Songs wie „Magnificent“ und „After Laughter“ in- und auswendig und habe nach Dynasty-Shows regelmäßig keine Stimme mehr. Es gibt wohl kaum eine Künstlerin, auf die der Titel ihres eigenen Debütalbums so gut passt: „A Star in Life’s Clothes“. Ya Girl Dy ist die Sympathie in Person, dazu bis in die Fingernägel mit Skills bedacht und mit einer unvergleichlichen Bühnenpräsenz gesegnet. Klar, dass Premo Fan ist, und Artists wie Talib Kweli, Skyzoo und Apollo Brown das Studio mit ihr teilen wollten. Die Rapperin aus Queens lebt inzwischen in Los Angeles.

18 Izabell (Norwegen)

Während die schwedische Rapszene regelmäßig das eine oder andere auch über die Grenzen hinaus bekannte Gesicht in die HipHop-Welt entlässt, kriegt man von den Rapkollegen aus Norwegen so gar nichts mit. Entsprechend musste es acht Monate dauern, bis es eine norwegische Rapperin in diese Liste schaffte. Izabell kommt aus Stavanger und hat ihr letztes Album „Skyt meg“ im vergangenen Jahr veröffentlicht. Im Video zum Titelsong gönnt sie sich mit ihren Freundinnen so richtig – da können sich die Spice Girls durchaus noch eine Scheibe abschneiden.

19 Taiga Trece (Deutschland/Mexiko)

Eine Rapperin, die gern mal vergessen wird, wenn über deutschsprachige MCs gesprochen wird, ist Taiga Trece. Einen Teil ihrer Jugend hat die Rapperin aus München in Mexiko verbracht und thematisiert ihre Erfahrungen aus dieser Zeit gern in ihrer Musik. Das Ergebnis: Gangstarap, der durch die Erzählungen aus dem „Barrio“ aber tatsächlich authentisch ist. Dabei rappt sie auf Deutsch, Spanisch und Englisch. Neben der Arbeit an eigenen Songs arbeitet Taiga auch in der Flüchtlingshilfe und gibt jungen geflüchteten Frauen Rapworkshops.

20 Lucy Camp (USA)

Eine der musikalisch spannendsten Entdeckungen meiner Recherche für diesen Blog ist Lucy Camp aus San José. Ihre Musik wirkt ein wenig so, als wäre sie jenseits irgendwelcher musikalischer Einflüsse aufgewachsen. Mit Anfang 20 hat sie mit ihren 3 EPs, diversen Singles und einem Mixtape schon mehr innovative Musik veröffentlicht als viele alte Hasen im Business. Wohin die Reise bei ihr als nächstes geht? So viel ist sicher: Bei Lucy Camp kennt selbst der Himmel keine Limits.

21 Yacko (Indonesien)

Unter der Woche hält Yacko Vorlesungen am College, am Wochenende steht sie auf der Bühne oder im Studio. Seit über 20 Jahren ist die Rapperin aus Jakarta in der HipHop-Szene unterwegs, hat erfolgreich drei Soloalben veröffentlicht und sich mit internationalen Stars wie Lil Jon die Bühne geteilt. Ihre Bühnenattitüde hat sie auch über die Grenzen Indonesiens hinaus bekannt gemacht. So spielte Yacko beispielsweise beim diesjährigen „La Belle Hip Hop“-Festival in Brüssel.

22 Mis Zebra (Griechenland)

Wenn man ein wenig die Arbeit des Polit-HipHop-Netzwerks In.Flammen verfolgt, kriegt man so einige krasse Namen aus der griechischen HipHop-Szene mit. So wird man eigentlich unweigerlich heiß darauf, sich auch ein wenig mit den weiblichen Stimmen der dortigen Raplandschaft zu befassen. Daisy Chain kennen wir schon aus einem der ersten Teile von „365 Female MCs“ – Mis Zebra dagegen noch nicht. Zeit, das zu ändern. Spotlight auf Athen, bitte:

23 MyVerse (USA)

Grüne Brille und Cypress-Hill-Referenz – das war meine erste Begegnung mit der amerikanischen Rapperin MyVerse. Die Rapperin hat das YouTube-Game durchschaut: Ihre Reihe #FFF (Flashback Friday Freestyles) macht wahnsinnig Spaß, dazu zeigt sie regelmäßig ihr komödiantisches Talent auf ihrem Kanal. Doch auch auf der Bühne zeigt die Künstlerin aus Orlando, was sie kann – und zwar am liebsten in Rapbattles. Ein Album hat die MC auch schon draußen: „State of the Art“ erschien 2015.

24 Leslie (Italien)

Warum haben eigentlich so wenige Leute die italienische Rapszene auf dem Plan? Abgesehen davon, dass Italienisch allein aus phonetischen Gründen prädestiniert ist für Rapmusik, gibt es da auch einen ganzen Haufen wirklich spannender HipHop-Acts. Eine von ihnen ist Leslie. Die Mailänder Rapperin haut gerade fleißig eine Single nach der anderen raus. Besonders spannend ist ihr kurzes, aber intensives EP-Release „S/N“ aus dem Jahr 2017 – da sprechen die Songs so sehr für sich, dass es nicht mal richtige Tracktitel braucht.

25 JWA (Deutschland)

Musik, die Sinn ergibt, die Menschen Trost spendet und ihnen bei Problemen hilft – das ist die Mission der Münchener Rapperin JWA. Ihre Songs geben Raum für Gefühle, thematisieren Zwischenmenschliches und zeigen dabei die Bandbreite an Skills, die die MC mitbringt. Erst seit wenigen Monaten erfreut die Rapperin ihre Fans mit regelmäßigen Singlereleases. Und die machen definitiv Lust auf mehr!

26 Lex Amor (UK)

Mein dezent ausgeprägtes Faible für britischen Rap solltet ihr ja inzwischen mitgeschnitten haben. Lex Amor ist eine dieser unter-dem-Radar-Entdeckungen, bei denen ich mich ehrlich frage, warum es da nicht mehr zu hören gibt. Floetryeske Spoken Word Parts zu wunderschönen Instrumentalen treffen bei mir auf jeden Fall einen Nerv. Neben ihren Skills am Mic ist Lex auch als Produzentin, Sounddesignerin, DJ und Moderatorin tätig. Die Künstlerin aus dem Norden Londons arbeitet gerade an einem neuen Mixtape.

27 Chilla aka Mareva Rana (Frankreich)

“HipHop Chant” – gesungener HipHop also ist das Rezept von Chilla. Die französische Namika also? Chillas musikalische Karriere beginnt schon im Kindesalter. Sie genießt eine klassische Musikausbildung, spielt Geige, wird aber zugleich nicht von ihrer Leidenschaft für Rapmusik losgelassen. 2017 erscheint ihre erste EP „Karma“. Die Rapperin und Sängerin positioniert sich selbst als Feministin, die ihre weiblichen Seiten nicht negieren möchte, um Anerkennung zu bekommen.

28 Remy Ma (USA)

Als die Terror Squad Mitte der 2000er ihre Hochphase hatte, war es neben Fat Joe vor allem sie, die einen Part nach dem anderen killte: Remy Ma ging von Beginn an auf Kontroversität, ließ sich im Video zu „Lean Back“ beim Autofahren oral befriedigen und erklärte sich selbst auf ihrem ersten Soloalbum zur „Conceited“ woman. In den Folgejahren machte Remy vor allem negative Schlagzeilen, verbrachte wegen versuchten Mordes an einer Freundin mehrere Jahre hinter schwedischen Gardinen, dazu beefte sie sich quer durch die amerikanische Rapszene. Musik macht sie aber noch immer, zuletzt gemeinsam mit ihrem Ehemann Papoose. Mit Fat Joe, mit dem es zwischenzeitlich auch dicke Luft gab, erschien 2017 zudem ein Collabo-Album namens „Plata O Plomo“.

29 Tymee aka e.via (Südkorea)

Sie hält den Titel „Koreas schnellste Rapperin“. Tymee, die früher unter dem Namen e.via aktiv war, kommt aus Seoul und erschien erstmalig 2009 auf dem Schirm der Musik- und Medienwelt. Mit ihrer ersten EP „E.via aka Happy Evil“ landete sie zum einen durch ihre krasse Technik, aber auch durch ihre für die südkoreanische Sprache ungewöhnlich vulgäre Sprache einen Achtungserfolg. Neben ihrer Aktivität als Rapperin ist Tymee auch als Pianistin und Komponistin aktiv.

30 Debbie D (USA)

Zum Abschluss noch ein wenig Geschichtsunterricht: Debbie D ist eine der ersten (laut eigener Aussage sogar die erste) Solo-Female MC überhaupt. Nachdem sie sich ab 1977 als Teil diverser Crews, unter anderem der K Connection, einen Namen gemacht hatte, rockte sie die Bühnen fortan auch solistisch. Bald tat sie sich mit DJ Wanda Dee zusammen für ein reines Female Set up. Später tat sie sich mit den ebenfalls aufstrebenden Rapperinnen Sha Rock und Lisa Lee zur All Female Crew Us Girls zusammen. Weltweite Bekanntheit erlangte das Trio durch seinen Auftritt im Film „Beat Street“. Debbie D war auch Teil der legendären Juice Crew. Inzwischen hat sie einen Doktortitel und empowert mit ihrer Organisation „Us Girls Can“ andere Frauen und Mädchen.

Den nächsten Teil „365 Female MCs“ gibt es am 1. Juli. Welche Rapperin hat euch in den bisherigen Teilen gefehlt? Schreibt es in die Kommentare oder auf Facebook, Twitter oder Instagram.

Wie immer findet ihr die geballte Female Rap Power auch in meiner Spotify-Playlist:

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