Es fühlt sich an, als wäre es vor zehn Minuten gewesen, als ich mich an die erste Ausgabe von „365 Female MCs“ gesetzt habe. Viele großartige Künstlerinnen*, Nachrichten eurerseits und sogar Interviews (zuletzt mit WDR Cosmo) später sind wir bei Ausgabe 4 gelandet – und damit auch bei der 100. Künstlerin, die ich im Rahmen dieser Reihe vorstelle. Ich habe lange überlegt, welche Rapperin ich an diese magische Zahl setze – und bin, wie ich denke, zu einem zufriedenstellenden Ergebnis gelangt. Viel Freude mit 28 großartigen, unverwechselbaren Female MCs für den Monat Februar!

Ausgabe verpasst? Hier geht’s zu den bisher erschienenen „365 Female MCs“:
Teil 1
Teil 2
Teil 3

01 Leikeli47 (USA)

Mitte Januar bestieg die New Yorker Rapperin Leikeli47 ihren Bulldozer, zündete mit „Tic Boom“ eine basslastige Bombe und machte so die sich noch im Winterschlaf befindliche internationale HipHop-Szene gnadenlos platt. Ihrem Ende 2018 erschienenen zweiten Album „Acrylic“ konnten sich weder Rapfans noch Musikmedien entziehen, so dass sich die immer drängendere Frage stellt: Wer ist diese Frau mit dem Bandana als Maske? Mit dem Aufheben ihrer Anonymität scheint Leikeli47 alsbald keine Schlagzeilen zu machen, hoffentlich aber mit weiteren Brettern, auf denen sie ihre Skills unter Beweis stellt.

02 Stash Marina (USA)

Irgendwo in Massachusetts griff eine weitgehend unbekannte Stash Marina einst zum Mic, und legte es, zum Wohle aller, bis heute nicht wieder aus der Hand. Vier Releases verzeichnet die experimentelle Underground-Künstlerin auf Bandcamp, die sich von recht straightem Rap zu einem spannenden Lo-Fi-Style entwickelte. Besonders im Ohr bleibt Marinas Collabo mit dem britischen Kollektiv God Colony, aus der der Track „Turn My G Down“ entstand – ein Song, der sich mit dem allgegenwärtigen Druck von außen und innen beschäftigt.

03 Alice Dee (Deutschland)

„Dirty Psycho Happy HipHop“ nennt Alice Dee aus Berlin das Genre, dem sie sich zugehörig fühlt. Im Umfeld anderer politischer Künstler*innen hat sich die Rapperin in den vergangenen acht Jahren einen Namen über den deutschsprachigen Raum hinaus gemacht. Insbesondere wenn Alice Dee auf deiner Freestyle Cypher auftaucht, kannst du getrost nach Hause gehen – da reguliert die Rapperin nämlich ausnahmslos alles. Eine Live MC durch und durch!

04 Diam’s (Frankreich/Zypern)

Sie ist eine der erfolgreichsten Rapperinnen in der Geschichte des französischen Raps und hat sich ihre Sporen seit ihrem Debütalbum vor genau 20 Jahren mehr als verdient. Zugleich ist sie eine der kontroversesten Gestalten des europäischen Raps. Innerhalb von knapp zehn Jahren rasierte Diam’s, die in Zypern geboren wurde und seit ihrem dritten Lebensjahr in den Pariser Banlieus aufwuchs, alles – räumte Preis um Preis ab, war lange Zeit der HipHop Act mit den höchsten Verkaufszahlen in Frankreich und Vorbild zahlreicher junger Frauen. Ihre Konvertierung zum Islam im Jahr 2009 und ihre augenscheinliche Zuwendung zu traditionellen Rollenbildern erfolgte nach einem psychischen Zusammenbruch – und wurde von der Öffentlichkeit stark kritisiert. 2012 gab sie ihre Autobiografie heraus. Aus der Rapszene hat sie sich jedoch verabschiedet.

05 CupcakKe (USA)

Chicago hat eine neue Gallionsfigur: Im zarten Alter von nur 21 Jahren hat die gute CupcakKe bereits vier komplette Alben released und mehr polarisiert als manche Künstler am Ende einer Jahrzehnte andauernden Karriere. CupcakKe nimmt kein Blatt vor den Mund. Höchstens ein Mikrofon. Und da spittet sie ohne Wenn und Aber alles rein, was ihr in den Sinn kommt: Ein Song über Vaginas? Klar! Wiederholte empowernde Statements für LGBTQ-People? Unbedingt! Kaum eine Rapperin verkörpert Body-Positivity, Selbstakzeptanz und Empowerment derzeit so bedingungslos wie die MC, die ihre Rapkarriere mit Gedichten in ihrer heimatlichen Kirche begann.

06 Coda Conduct (Australien)

In den Straßen von Sydney machen Sally und Erica derzeit ordentlich Lärm. Als Coda Conduct ist das aus Canberra stammende Duo nicht nur regelmäßig als Host aktiv, sondern durfte bereits Shows für Künstler wie Pharoahe Monch und Charli 2na eröffnen. Ihre Debüt-EP „Butter Side Up“ erschien bereits 2015. Coda Conduct begeistern die australische Rapszene seitdem mit einer prägnanten Mischung aus komplexen, aber leichtgängig geflowten Rap-Verses und einem tollen Gespür für Ohrwurm-Melodien.

07 Soultana (Marokko)

Soultana gilt als erste öffentlich auftretende Rapperin Marokkos und zieht mit einer großen Mission durch die Clubs ihres Landes: Die Rapperin möchte junge Menschen dazu motivieren, sich für einen sozialen Wandel einzusetzen, denn “Rap is an art to talk about issues: poverty, violence, abuse, societal contradictions”. Bereits mit 13 Jahren griff Soultana, die in Casablanca aufwuchs, zum Mic – in einer Zeit, als Rapmusik in Marokko noch ein Nischendasein fristete und es kaum eine Infrastruktur für die junge HipHop-Szene gab. In ihrer erfolgreichsten Single „Sawt Nissa“ macht sie sich selbst zur Stimme der Frauen.

08 Missy Elliott (USA) [100/365]

„One of the most creative women in the music industry”, heißt es bei BET. “Missy Elliott was bringing feminism to mainstream music”, schreibt das Dazed-Magazin. Als erste Rapperin und dritter HipHop-Act überhaupt geht die in Virginia geborene Rapperin in diesem Jahr in die Songwriter’s Hall of Fame ein – und das völlig zurecht, verantwortet sie neben ihrer eigenen Diskografie doch auch Songs für Weltstars wie Beyoncé, Whitney Houston, Mariah Carey, Ginuwine und Aaliyah. Über 25 Jahre Rap-Geschichte, eine unüberblickbare Menge an Releases, eine eigene Adidas-Kollektion, wegweisende Musikvideos und Produktionen und vier Grammys sind vergangen – 2019 scheint die Rapperin, Songwriterin und Produzentin endlich ein Stück der Legacy zu bekommen, die ihr zusteht. One of the best who ever did it!

09 Bali Baby (USA)

Was es bedeutet, lit as f*ck zu sein, beweist Bali Baby seit 2016. Die in Atlanta lebende Rapperin wird seither als eine der spannendsten Newcomer*innen des Südstaatenraps gefeiert. Mit ihrem 2018 erschienenen Debütalbum „Baylor Swift“ erzählt sie die Geschichte des broken-hearted girls, das allen Kummer ins Mic hineinspittet – und nimmt darauf wiederholt Alter Egos mit Referenzen auf bekannte Promi-Persönlichkeiten an. Trotz ihrer noch jungen Karriere hat die Künstlerin, die in North Carolina geboren wurde, bereits eine Welttournee hinter sich, und lässt mit einem riesigen Stapel Attitude einen Hit nach dem anderen vom Stapel.

10 Godessa (Südafrika)

Im Jahr 2000 formierten sich im südafrikanischen Kapstadt die drei MCs Shame, EJ und Burni zur Rap-Formation Godessa – einer all female HipHop-Gruppe mit sozialkritischem, feministischem Anspruch. Solistisch sind die drei MCs bereits seit Mitte der 90er aktiv, sorgten aber vor allem mit ihrem Song „Social Ills“ und dem darauffolgenden, gleichnamigen Album für Furore. Ihre Messages verbreiteten sie nicht nur auf dem afrikanischen Kontinent, sondern auch bei ihren Gigs in Europa, den USA und Kuba.

11 Haviah Mighty (Kanada)

Die in Toronto geborene Künstlerin Haviah Mighty macht sich aktuell über die Grenzen Kanadas hinaus einen Namen mit smoothen Gesangspassagen und punchigen Rap-Verses. Dass sie damit schon so einige Festivalbühnen, auch vor zum Teil völlig unbekannter Crowd, bis aufs letzte abgerissen hat – geschenkt. Haviah ist darüber hinaus Teil der kanadischen All Female Rapcrew The Sorority, die ihr dringendst auf dem Schirm haben solltet. Vergleiche mit Missy Elliott und dem laid-back Style von Snoop Dogg kommen nicht von ungefähr – der Rapperin wird eine steile Karriere vorhergesagt.

12 Heather B (USA)

Jeden Menschen, der behauptet, Frauen hätten im HipHop nichts verloren, möchte ich am liebsten mit einer Heather B-Platte ohrfeigen – wenn mir diese aufgrund akuter Dopeness nicht viel zu schade dazu wäre. In den 90ern verdiente sich die in New Jersey geborene Rapperin im Umfeld von KRS-Ones Boogie Down Productions und Artists wie DJ Premier, Pete Rock und M.O.P. unsterblichen Respekt. An ihrer Kredibilität hat auch die Teilnahme an der MTV-Show „The Real Word“ wenig geändert. Heather B steht für gnadenlos gespittete Bars und raffinierte lyrisch-philosophische Querverweise. Eine echte Legende!

13 ÉSMaticx (Deutschland)

2012 tauchte beim sich immer größer werdender Beliebtheit erfreuenden Video Battle Turnier VBT der Plattform rappers.in eine Rapperin aus dem beschaulichen Attendorn auf, die mit einer fast unschlagbaren Dichte an humoristischen Punchlines zu überzeugen wusste. ÉSMaticx mauserte sich schnell zum Battlerap-Phänomen, dem sich niemand entziehen konnte. Ihre Selbstironie, gepaart mit einer ordentlichen Portion Bodypositivity, wurde zu ihrer stärksten Waffe. Nach zwei Jahren Videobattles und vier Solo-EPs haute ÉS 2016 ihr Debütalbum „Rot“ raus, und lässt seitdem auf neues Material hoffen.

14 Little Simz (UK)

Diese Frau ist Boss – und das nicht erst seit ihrer gleichnamigen 2018er Single. Einem internationalen Publikum rief sie sich spätestens mit ihrem 2015er Song „Dead Body“ auf den Plan. Düsterer Grime, starke Song-Konzepte und experimentelle Musikeinflüsse prägen das Auftreten der Rapperin, die bereits im zarten Alter von elf Jahren zum Mikrofon griff und erste Jams im Jugendhaus rockte. Ihr schauspielerisches Talent kommt ihr bei ihren ausgefallenen Musikvideos zugute. Und live? Kann man die britische MC unter anderem auf dem diesjährigen splash! sehen.

15 PunchLyn (Frankreich)

Rap zum Gesang, das funktioniert auch in Frankreich: PunchLyn aus Roubaix veröffentlichte erst im September letzten Jahres ihre Debüt-EP „HOPE“ und bezaubert darauf mit einer spannenden Mischung aus Pop, Rap und R&B. Seit drei Jahren macht sich die Künstlerin sowohl als Teil des Kollektivs FAR, als auch solistisch einen Namen. Die Art und Weise, wie Frauen auch in der französischen HipHop-Szene behandelt werden, reflektiert die junge MC kritisch: „Wenn du als Frau im Rap unterwegs bist, wirst du nur als Produkt gesehen.“

16 Blimes Brixton (USA)

Stell dir vor eine Rapperin betritt den Laden, greift das Mic und rappt Method Man an die Wand: Sam McDonald aka Oh Blimey aka Blimes Brixton ist diese Female MC, bei deren Skills die Öffentlichkeit instant aufhört über Frauen im Rap zu debattieren. Blimes Musikalität geht zwei Generationen zurück – ihr Vater war Blues-Musiker, der Großvater Jazzer. Bereits zu Schulzeiten entdeckte sie ihre Affinität für Songwriting und Beatmaking, belegte einen Sampling- und Production-Kurs, griff zur Graffiti-Can und fing an, ihre Geschichte zu schreiben. In dieser teilt sie sich das Spotlight gern auch mal mit anderen Rapperinnen wie Gifted Gab und Gavlyn. Blimes Brixton gilt als Koryphäe des Battleraps und ist die Art Künstlerin, die womöglich noch in 20 Jahren das Game prägen wird.

17 Sonita Alizadeh (Afghanistan/USA)

Der Song „Brides for sale“ ist einer der verzweifelsten Aufschreie gegen Unrecht, die die Rapmusik bis dato erlebt hat. Die Künstlerin hinter dem Track ist Sonita Alizadeh aus Afghanistan, die auf eine bewegte Kindheit und Jugend zurückblickt: Geboren in Afghanistan musste die junge Sonita mit ihrer Familie vor den Taliban in den Iran fliehen. Als sie, noch minderjährig, für 9.000 Euro verkauft und zwangsverheiratet werden sollte, lehnte sich die junge Frau gegen ihre Familie auf. Die furchtbaren Dinge, die ihr widerfuhren, verarbeitete sie in Raptexten – und erlangte so die Aufmerksamkeit der Medien, sowie der NGO Strongheart Group, die ihr ein US-amerikanisches Schulvisum beschaffte. Der von ARTE und dem NDR koproduzierte Film „Sonita“ erzählt ihre Geschichte.

18 Dessa (USA)

Einen soliden Mittelfinger auf Genregrenzen gibt die aus Minneapolis stammende Künstlerin Dessa. Sängerin, Rapperin, Songwriterin, Komponistin, Schriftstellerin – es gibt kaum eine Disziplin, in der die Creative Mind nicht mitmischt. Ob als Teil des HipHop-Kollektivs Doomtree oder solistisch: Dessa steht für einen unvergleichlichen, energetischen Sound mit klugen, poetischen Texten. Das sollte bei euch spätestens nach ihrem Tiny Desk Concert aus dem Jahr 2013 angekommen sein.

19 Mavi Phoenix (Österreich)

Eine der spannendsten europäischen Export-Künstler*innen kommt aus dem österreichischen Linz: Mit Anfang 20 schaut Mavi Phoenix bereits auf mehrere Amadeus Awards-Nominierungen zurück, heizte riesigen Hallen als Voract für die Pop-Lieblingsband Bilderbuch ein und zog die Aufmerksamkeit internationaler Blogs auf sich. Zu Recht, ist ihr unkonventioneller Mix aus Trap, Rap, Pop, Lo-Fi und R&B doch weit entfernt von den zahlreichen Me-Too-Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum. Auf ihrer letzten EP „Young Prophet II“ bewies die Künstlerin einmal mehr, dass sie das Zeug zu einer echten Größe im internationalen Musikgeschäft hat.

20 Phreeda Sharp (Ghana/UK)

“99 Problems but a b*tch ain’t one”? Unwahrscheinlich, wenn man sich mit einer echten Woman with Attitude anlegt – eine solche ist Phreeda Sharp ohne Zweifel. Mit einer Menge Style, Swag, Attitude und Hunger killt die in Ghana geborene Künstlerin den Beat zu Jay-Zs Klassiker. 2012 haute sie mit „7 Days in the life of a sharp shooter” ihr erstes Mixtape raus, das Folgerelease kam nur ein Jahr später. Die „Bad Jane“ des HipHops gründete außerdem ihr eigenes Musiklabel. Leider wurde es in den letzten Jahren ruhig um die heute in London lebende Rapperin. Sollte sie, wie Kollege Jigga, zwischenzeitlich in Rap-Rente gegangen sein – ich würde ein Comeback begrüßen (Hallo!).

21 Tice (Deutschland)

Vergangenen Monat hat Tice das „Ende“ eingeläutet – zumindest widmet sie sich diesem Thema in ihrer neusten Videosingle. Die Rapperin aus Düsseldorf mit der reibenden Stimme hat sich auf den Brettern, die die Welt bedeuten, längst einen Namen gemacht – mit einem charakteristischen Rapstil und einer Wahnsinns-Bühnenpräsenz ist sie regelmäßig in den Listen jener aufstrebenden MCs, die man dringend auf dem Schirm haben sollte, zu finden. Gefühlvolle Lyrics zu einer Attitude, die Stärke und Unabhängigkeit ausstrahlt, dazu der Support von Kollegen wie Lakmann One und Orange Field – es darf gehofft werden, dass nach zwei EPs und einem Album noch einiges von Tice zu hören sein wird.

22 Hoax (Estland)

In der estnischen Hauptstadt Tallinn liefen sich die beiden Rapperinnen Lais2n und hxllup in die Arme, entdeckten die gemeinsame Leidenschaft für tighte Bars und energische Trap-Beats und bereichern seitdem unter dem Namen Hoax die HipHop-Szene Estlands. Frei von männlich-dominierten Maßstäben und mit einer ordentlichen Portion Selbstbewusstsein entert das Duo Booth und Bühnen, im letzten Jahr beispielsweise auf dem Reeperbahnfestival in Hamburg. Eine internationale Karriere? Mit ihrem Look & Sound absolut denkbar!

23 Gigi LaMayne (Südafrika)

Auch in Südafrika sind Cloud-Rap und Autotune fester Bestandteil des Rap-Zeitgeists. Gigi LaMayne gehört zu den Künstlerinnen, die sich aus der ganzen Welt Inspiration holen, um dann ihren völlig eigenen Sound zu kreieren. Dieser Ansatz hat der in Lenasia geborenen Rapperin bereits zwei South African Awards eingebracht. Im vergangenen Jahr machte die Künstlerin durch einen vereitelten Suizidversuch Schlagzeilen und äußerte sich anschließend öffentlich unter anderem dazu, wie Cybermobbing – auch unterbewusst – einen Einfluss auf die psychische Gesundheit eines Menschen hat. Für 2019 hat sich Gigi LaMayne den Aufbau ihres eigenen musikalischen Empires vorgenommen – und legt mit der Single „Bozza“ ordentlich vor.

24 Gonix (Polen)

Rap ist für die Wahl-Warschauerin Gonix viel zu klein: Urban Crossover nennt sie das Genre, indem sie auf experimentelle-elektronische Beats irgendwo zwischen Trap und Chemical Brothers ihre Bars spittet. „Skills over Bullshit“ heißt ihr Motto, das sie kompromisslos in ihrer Musik zeigt. Ihr letztes Release „Reality Show“ mit Kollegin Dore erschien 2016. Solistisch könnte sie durchaus den Soundtrack für das ein oder andere Battle of the Year liefern.

25 Ms. Dynamite (UK)

Fragt man Künstlerinnen aus dem Vereinigten Königreich nach ihren Vorbildern, taucht regelmäßig ein Name auf: Ms. Dynamite. 2002 schuf sie mit ihrem Debütalbum „A Little Deeper“ und der Single „Dy-Na-Mi-Tee“, gemeinsam mit Salaam Remi, einen zeitlosen Klassiker. Rap mit Soul und Reggae-Einflüssen, zeitlos verpackt in Remis einzigartiges Soundgefüge, dazu eine selbstbewusste Künstlerin, die sich nicht in Schubladen pressen lässt – der Hype um Ms. Dynamite war groß und gerechtfertigt. Aufgehört hat sie nie – trat in den letzten Jahren jedoch lediglich auf Collabo-Tracks mit David Guetta, Katy B und anderen in Erscheinung. Ihre Legacy bleibt bestehen: Erst im Dezember 2018 wurde die Londoner Künstlerin für ihre „Verdienste an der Musik“ von der Queen persönlich geehrt.

26 Ivy Sole (USA)

In Philadelphia bringt die Mid-Zwanzigerin Ivy Sole kluge Lyrics, Oldschool-Sound und moderne Soundkonzepte zusammen. Prägnante Rap-Bars und Gesangsskills sind seit ihrem 2016er Debüt „EDEN“ das Erfolgsrezept des Multitalents. Das hat sie auch ins Studio von Deutschlands Lieblingspanda Cro gebracht, auf dessen Album „TRU.“ sie mit einem Feature vertreten ist. Seit September 2018 kann man sich zudem auch auf Albumlänge von der aus North Carolina stammenden Künstlerin ein Bild machen: Ihre Debüt-LP trägt den Namen „Overgrown“ und wird von einem der schönsten Albumcover des vergangenen Jahres geziert.

27 Saweetie (USA)

Richtig große Moves begeht aktuell die US-amerikanische Rapperin Saweetie. Seit 2017 macht sie mit einer mehr als gelungenen Selbstinszenierung Schlagzeilen als „die neue Iggy Azalea“ – warum auch immer eine Künstlerin die andere ersetzen sollte. Dass der Erfolg ihrer Debütsingle „Icy“ (übrigens auf den zeitlosen Beat von Khias „My neck, my back“) nicht über Nacht kam, zeigt ein Blick in ihre Biografie: Bereits seit ihrem 14. Lebensjahr macht die heute 25-Jährige Musik. Seit 2016 baute sie sich über Instagram kontinuierlich HipHop-Fame auf. Kein Wunder, dass die Majors ebenso wie aktuelle Popstars und -sternchen Schlange standen. Nach ihrer Debüt-EP 2018 wächst nun die Spannung auf das erste Album der MC.

28 Loredana (Schweiz)

Das “Milliondollarsmile” dürfte Loredana als eine der aktuell erfolgreichsten Rapperinnen im deutschsprachigen Raum völlig zu Recht tragen. Mit mehreren catchigen Singles wurde die Instagram-Influencerin schnell zum Liebling einschlägiger HipHop-Medien und entflieht zunehmend dem Schatten ihres Freundes Mozzik. Kaum eine Künstlerin verkörpert den Zeitgeist des Rap-Mainstreams so perfekt wie Loredana, die, so scheint es, gerade erst so richtig warm läuft.

Die geballte Rap-Power findet ihr in der „365 Female* MCs“-Playlist auf Spotify:

Aufgabe 5 von „365 Female MCs“ erscheint am 1. März 2019.

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